Andritz erhielt 350 Millionen Euro Auftrag in Belo Monte
Der steirische Anlagenbauer Andritz AG ist beim Bau des Staudamms Belo Monte am Xingu in Brasilien zum Zug gekommen. Geliefert werden u.a. 14 Francis Turbinen Generatorsets und sechs kleinere Rohrturbinen.

Foto © Kanzler/Sujet
Der börsenotierte österreichische Anlagenbauer Andritz AG hat sich ein großes Stück am Kuchen für das Mega-Wasserkraftwerk Belo Monte am Xingu in Brasilien gesichert. Das Unternehmen bestätigte am Freitag Medienberichte, wonach der Zuschlag für die elektromechanische Ausrüstung an den französischen Konsortialführer Alstrom erfolgt sei. Ein 300 bis 350 Millionen Euro großer Anteil am Gesamtauftragsvolumen von 900 Millionen bis 1 Milliarden Euro gehe an Andritz.
Alstrom teilte am Mittwoch mit, dass der Zuschlag an das mit der deutschen Voith Hydro und Andritz gebildete Konsortium erfolgt sei. Geliefert werden u.a. 14 Francis Turbinen Generatorsets mit je 611 MW und sechs kleinere Rohrturbinen. Die Bauzeit für das mit 11.230 MW Leistung drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt wird mit acht Jahren angegeben.
Für Andritz ist es - gleichauf mit dem im Vorjahr erhaltenen Ilisu-Auftrag - das größte Geschäft im Bereich Hydro. "Wir sind Lieferant, schauen uns jedes Projekt genau an und achten darauf, dass alle Bewilligungen vorhanden sind", argumentierte Sprecher Oliver Pokorny das nicht unumstrittene Engagement. Weder in Deutschland noch in Frankreich gebe es Proteste, es handle sich um ein "rein österreichisches Thema, getragen von einer kleinen Gruppe".
In einer Aussendung zog die Grünen Abg. Judith Schwentner ein gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln (CSR) in diesem Fall infrage: "CSR verkommt immer mehr zum reinen PR-Gag." Das Staudammprojekt sei aufgrund seiner Auswirkungen auf Natur und indigene Bevölkerung "extrem umstritten" und sei gegen internationale Konventionen und die brasilianische Verfassung "durchgepeitscht" worden. 600.000 Unterschriften wurden dagegen gesammelt.















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