Leitfaden für die Zukunft in Kärnten
Heute wird das neu erarbeitete Leitbild Kärnten präsentiert. Es wird auf die Politik ankommen, ob die hehren Ziele auch verwirklicht werden.

Foto © Fotolia (2), Stotter, Kärnten WerbungKärnten soll Schwerpunkte setzen: zum Beispiel Bildung, Forschung, Tourismus
Leitbilder sollten auf eine A-4-Seite passen. Das neue Kärnten Leitbild "Destination Zukunft" hat 42 Seiten. Dafür tummelt man sich einleitend auf vielen Gemeinplätzen. Dass die wirtschaftliche Freiheit, die Leistungskraft des Einzelnen und der Schutz des Eigentums auch in Zukunft garantiert werden wird, davon sollte man ausgehen.
Ab Seite 21 des Leitbildes wird es dann konkreter: Kärnten soll sich auf fünf Erfolgsfaktoren (Unternehmertum, Mensch, Lebensraum, Offenheit, öffentliches Management) stützen. Es soll sich zum Unternehmerland mit schlanker Bürokratie, niedrigen Gebühren und Abgaben entwickeln. Eine Forderung, an der sich schon so manche die Zähne ausgebissen haben. Hehre Ziele sind auch, Unternehmensgründungen zu erleichtern und die Innovation weiter anzukurbeln. Bei der Infrastruktur gibt man sich mit bekannten Forderungen zufrieden: Anbindung des Flughafens an das internationale Flugnetz und rechtzeitige Fertigstellung des Koralmtunnels. Die Forderung der Wirtschaft nach flexibler Arbeitszeit ist darin genauso zu finden, wie der Ausbau alternativer Energien.
Den harten Brocken der negativen demografischen Entwicklung - Kärntens Bevölkerung schrumpft bis 2030 massiv - will man vor allem durch eine gezielte, qualifizierte Migrationspolitik in den Griff bekommen.
Erste Widerstände regen sich bereits: "Die Zuwanderung sehe ich kritisch. Wir wollen über bessere familienpolitische Rahmenbedingungen und Betreuungsangebote erreichen, dass mehr Kärntner Kinder zur Welt kommen", sagt FPK-Chef Uwe Scheuch. Es handle sich um Ziele, die jeder verantwortungsvolle Politiker verfolge. SP-Obmann Peter Kaiser sieht in dem Leitbild einen "ungeschönten Befund" der tatsächlichen Situation in Kärnten. Die SPÖ habe vor vielen Punkten, die Schwarz auf Weiß aufgelistet seien, immer gewarnt. Zum Beispiel vor der niedrigen Frauenerwerbsquote. Er stellt heute im Landtag einen Antrag für einen Kärnten Konvent, in den das Leitbild einfließen soll.
Features
Architekten des Leitbildes
Wirtschaftspolitischer Beirat: Vorsitzender: Gottfried Haber, Armin Patrik Rapold, Udo Puschnig, Franz Pacher, Hans Pucker, Claudia Mischensky, Adam Unterrieder, Helmut Manzenreiter, Franz Mlinar, Robert Neumann, Paolo Rondo Brovetto. Stellvertreter: Günther Willegger, Michael Stattmann, Paul Wieder, Martin Peyer, Robert Kanduth, Achill Rumpold, Patrizia Sauer, Dietmar Samnitz, Karl Lessiak, Anna Wöllik, Gernot Mödritscher














