Industrie auf Distanz zu Buchmann
In der steirischen Wirtschaft hängt der Haussegen mehr als schief. Man wolle auf Seite der Industriellenvereinigung die "Kooperation mit Landesrat Buchmann auf das Nötigste reduzieren".

Foto © ScheriauLandesrat Buchmann
Die aktuellen Vorkommnisse in der Wirtschaftskammer sorgen für heftige Verwerfungen zwischen dem ÖVP-Wirtschaftsbund (WB) und der Industriellenvereinigung (IV). Vorläufiger Gipfelpunkt: In der Präsidiums- und Vorstandssitzung der IV am Dienstag wurde einstimmig der Beschluss gefasst, "die bisherige Kooperation mit Landesrat Buchmann künftig auf das Nötigste zu reduzieren", so IV-Präsident Jochen Pildner-Steinburg zur Kleinen Zeitung.
Und zwar so lange, "so lange sich Buchmann nicht öffentlich deklariert, ob er mit der IV Wirtschaftspolitik betreiben will oder gegen die Industrie Wirtschaftspolitik machen will", daran führe kein Weg vorbei, so Pildner- Steinburg.
Begonnen hatte das Zerwürfnis in der vergangenen Woche, als Ulfried Hainzl in Folge der Dienstwagen-Affäre als Kammerpräsident zurücktreten musste. Um nicht Hainzl als Alleinschuldigen für die gesamten Querelen dastehen zu lassen, hatte Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann versucht, gleich das gesamte Kammer-Präsidium auszutauschen - als neben Hainzl auch Benni Bittmann und Regina Friedrich. Laut einer schriftlichen Vereinbarung von WB und IV steht der Industrie die Nominierung eines Vizepräsidenten zu, derzeit Bittmann.
Als Buchmann mit dem Ansinnen, Bittmann auszutauschen, an Pildner-Steinburg, herantrat, lehnte dieser rundweg ab: "Bittmann hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, er genießt weiter das Vertrauen der Industrie". Auch das wurde am Dienstag noch einmal festgehalten. Eine ähnlich starke Position hat Friedrich, sie ist schließlich auch Stellvertreterin von Hermann Schützenhöfer als ÖVP-Chef.
Als letzte Woche bei der WB-Vorstandssitzung eine Gruppe Friedrich als Präsidentin haben wollte statt dem von Buchmann ausgesuchten Josef Herk, eskalierte die Sache. Wüste Wortgefechte waren die Folge, das Hauptargument der Friedrichgegner war deren "Industrienähe". Es dauerte fast sechs lautstarke Stunden, ehe ein "einstimmiger Beschluss" für Herk und die bisherigen Stellvertreter gemeldet werden konnte.
Dass Buchmann in der folgenden Pressekonferenz sagte, der Wirtschaftsbund sei "keine Filiale der Industriellenvereinigung", führte zum Beschluss in der IV-Sitzung. Übrigens: Dem neuen Kammerpräsidenten Josef Herk wurde gleichzeitig "die volle Unterstützung" zugesagt.














