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Zuletzt aktualisiert: 02.02.2011 um 21:14 UhrKommentare

Im Glücksspiel wird neu geteilt

Fall des Glücksspielmonopols lässt Novomatic auf mehr Geschäft hoffen. Beim Kleinen Glücksspiel bald höhere Einsätze und weniger Geräte.

Foto © Fotolia

Die Karten werden neu geteilt: In der heimischen Glücksspielwelt bleibt nach zig Novellen und dem Fall des Casinomonopols kein Spielstein auf dem anderen. Das heißt, die Casinos Austria und deren Schwester, die Österreichischen Lotterien, müssen sich bei der Neuausschreibung der Lizenzen im Frühjahr auf starke Konkurrenz einstellen. Ganz vorne mit im Spiel: der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic, als Produzent und Betreiber von Glücksspielgeräten und Marktführer in Europa.

Statt bisher zwölf Casinos werden in den nächsten Monaten 15 Lizenzen für Österreich ausgeschrieben. Novomatic will laut dem aus Kärnten stammenden Vorstandschef Franz Wohlfahrt "vor allem an gut frequentierten Standorten" zum Zug kommen. Dafür winkt der in 62 Ländern tätige Konzern mit 1000 Arbeitsplätzen, die man in Österreich zusätzlich zu den bisherigen 2750 Stellen schaffen wolle. Das spielt es laut Wohlfahrt aber nur, wenn man lukrative Casino-Lizenzen erhalte. "Ganz genau anschauen" will er sich eine Bewerbung für die Lotterielizenz. Und zwar weniger, um künftig als neuer Lottobetreiber aufzutreten, vielmehr hängen in Österreich derzeit an der Lotterielizenz auch die Alleinrechte zum Betrieb von Online-Glücksspielen.

Kleines Glücksspiel

Auch das von Organisationen gegen Spielsucht kritisierte Automatenglücksspiel abseits der Casinos wird derzeit neu geordnet. Nicht zuletzt die darin vorgesehene Vervielfachung des Einsatzes und Gewinnes brachte der Novelle den Beinamen "Lex Novomatic" ein. Immerhin, so Wohlfahrt, gebe es nun klar geregelte Marktsegmente, was besser sei als die vielen Grauzonen europaweit. Auch darf es laut Novelle in jedem Bundesland künftig nur einen Automaten pro 1200 Einwohner geben, der ebenso ans Bundesrechenzentrum angeschlossen werden muss. Für Kärnten heißt das: Fast die Hälfte der Automaten muss weg. Die Zahl wird von bisher 800 auf 467 sinken müssen. Weiters dürfen durch die Novelle pro Land nur mehr drei Betreiber-Gesellschaften zugelassen werden. In Kärnten hat sich dafür "Amatic Industries" aus Oberösterreich beworben: "Wir haben unser Ansuchen bei den zuständigen Landesbehörden schriftlich deponiert", sagt Geschäftsführer Reinhold Bauer. Novomatic, die "Merkur Casinos" und "X-motion" sind hier bereits tätig.

Rekordumsatz

"Beim Automatenglücksspiel peilen wir 60 Prozent Marktanteil in Österreich an", so Wohlfahrt. Der 1980 gegründete Konzern Novomatic schaffte 2010 übrigens mit 2,7 Milliarden Euro einen neuen Rekordumsatz.

ULRICH DUNST, PHILIP STOTTER

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