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Zuletzt aktualisiert: 26.01.2011 um 19:43 UhrKommentare

Davos: Happening in den Alpen

Wer in Davos ist, darf sich zu den Wichtigen der Welt zählen. Ohne Glamour kommt das Weltwirtschaftsforum nicht mehr aus.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Davos sind streng

Foto © ReutersDie Sicherheitsvorkehrungen in Davos sind streng

In Thomas Manns "Zauberberg" tauchen die handelnden Personen in die morbide Welt des Schweizer Luftkurorts ein. Klaus Schwab, der rührige Gründer des gestern Abend mit einer Rede des russischen Präsidenten Dimitrij Medwedew begonnenen "41. Weltwirtschaftsforums", wünscht sich, dass sich die krisengebeutelte Weltwirtschaft jetzt endlich einer Kur unterzieht - und die in Davos versammelte Weltelite sich eine neue Werteordnung verpasst.

Doch von Nachdenklichkeit ist in Davos wenig zu spüren. Das Forum hat sich längst zum großen Happening in den Alpen weiterentwickelt. Sehen und gesehen werden lautet die Devise, wobei diesmal Celebrities wie Bill Clinton, Bill Gates, Robert de Niro, José Carreras, Tony Blair, Jordaniens Königin Rania nicht fehlen dürfen. Wer in Davos ist und Zutritt zu den exklusiven Gesprächszirkeln hat, hat es geschafft und darf sich zu den Großen und Wichtigen dieser Welt zählen. Diesmal mischen sich Nicolas Sarkozy, Angela Merkel, David Cameron oder US-Finanzminister Timothy Geithner unter die Chefs von Google, Coca-Cola, Airbus, Nestle, Siemens oder Deutsche Bank. Wohin die Reise geht, zeigt der Umstand, dass Chinesen und Inder noch nie so große Delegationen geschickt haben, 2500 Vertreter haben sich in den von der Schweizer Armee großräumig abgeriegelten Konferenzort eingeschlossen.

Die stärksten Momente hatte Davos, wenn Feinde miteinander versöhnt wurden: 1988 rauften sich Türken und Griechen zusammen, 1994 schüttelten PLO-Chef Yassir Arafat und der damalige israelische Außenminister Shimon Peres die Hände.

Bisher beschränkte sich der österreichische Beitrag für Davos auf die Eurofighter zum Schutz des Luftraums. Diesmal haben sich gleich Kanzler Werner Faymann, Vizekanzler Josef Pröll und Außenminister Michael Spindelegger angesagt. Österreich will sich beim Weltwirtschaftsforum als Drehscheibe zwischen Europa und Zentralasien präsentieren, Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev hat sich zur Präsentation angesagt. Hintergrund der Initiative ist ein Davos-Folgetreffen, das im Juni in Wien zu Zentralasien über die Bühne gehen soll.

MICHAEL JUNGWIRTH, DAVOS

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