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Zuletzt aktualisiert: 16.12.2010 um 22:07 UhrKommentare

Siemens spürt die Krise noch

Österreich-Ableger des deutschen Konzerns erlitt Umsatzeinbruch von fast 20 Prozent. Nur Beteiligungen retten die Bilanz 2010.

Foto © Reuters

Euphorie will beim ersten großen Auftritt des neuen Siemens-Österreich-Chefs Wolfgang Hesoun, der im Sommer die Nachfolge von Brigitte Ederer angetreten hat, nicht aufkommen. Die Zahlen, die der seit genau hundert Tagen amtierende Hesoun bei seiner Premiere präsentieren darf, zeigen klar Krisenspuren.

Und Hesoun macht auch keinen Hehl daraus, dass die Zeiten für Siemens schwierig bleiben, obwohl die Auftragseingänge wieder deutlich nach oben zeigen. "Besorgt" zeigt er sich über die Sparpakete der öffentlichen Hand. "Darauf müssen wir uns einstellen". Was das konkret bedeuten kann, belegt das Beispiel ÖBB, die die letzten 16 Railjets mit einem Auftragswert von rund 200 Millionen Euro nicht finanzieren können. Jetzt verhandelt Siemens mit den ÖBB um die Aufrechterhaltung des Vertrages mit späteren Lieferterminen.

Die geringe Investitionstätigkeit ihrer Kunden hat die Siemens Österreich AG im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 (Ende September) noch heftig zu spüren bekommen. Das mit 13,3 Millionen Euro ins Minus gerutschte Betriebsergebnis spiegelt den massiven Umsatzrückgang um immerhin 18 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro wider.

Dass sich die Bilanz unter dem Strich mit 572 (Vorjahr: 98) Millionen Gewinn dennoch sehen lassen kann, dafür haben die Dutzenden Tochtergesellschaften und Beteiligungen gesorgt. Sie lieferten der Muttergesellschaft Erträge in Höhe von 617 (144) Millionen Euro ab. Darin sind überdies nicht näher bezifferte Gewinne aus dem Verkauf ehemaliger VA-Tech-Firmen enthalten. 420 Millionen Euro des Bilanzgewinns überweisen die Österreicher in die Konzernzentrale nach München, 2009 waren es knapp 100 Millionen gewesen.

Den Verkauf der IT-Dienstleistungssparte SIS kommentierte Hesoun nur knapp. In Österreich seien direkt 1.500 Mitarbeiter vom Verkauf betroffen. Eine unmittelbare Auswirkung auf diese Jobs sehe er durch den Verkauf nicht.

CLAUDIA HAASE

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