Hart legiert: Bilanz der Ära Iro
Reinhard Iro tritt in den Ruhestand, Alexander Bouvier und Rainer Schmidtmayer führen die Treibacher Industrie AG ab 2011 zu zweit.

Foto © KKVon links: Iro, Bouvier, Schmidtmayer
Stürmische Konjunkturzeiten, Umweltkonflikte, stets den Dollarkurs im Nacken, drei Eigentümerwechsel: 20 Jahre lang hat Reinhard Iro die Treibacher Industrie AG mit der Festigkeit härtester Legierungen geleitet. Nun nimmt der Doyen der Kärntner Industrie zum Jahreswechsel Abschied: Iro tritt als Vorstandsvorsitzender in den Ruhestand, seine Funktionen als Vizepräsident der Industriellenvereinigung und Industrie-Spartenobmann in der Wirtschaftskammer übt er weiter aus, den Treibachern steht er als Berater zur Seite. Die beiden bisherigen Vorstände Alexander Bouvier und Rainer Schmidtmayer führen das Unternehmen ab 2011 zu zweit. Der Wechsel ist wohl vorbereitet. Bouvier ist seit 28 Jahren, Schmidtmayer seit 17 Jahren im Unternehmen und beide sind seit fünf Jahren im Vorstand.
Partnerschaftliche Unternehmenskultur
"Als ich vor 20 Jahren kam, war es ein reines Legierungsunternehmen, heute sind wir auch in anderen Bereichen ertragsstark aufgestellt. Aus einst autoritären Strukturen ist eine partnerschaftliche Unternehmenskultur geworden und um eine saubere Umwelt haben wir uns gekümmert", zieht Iro Bilanz.
Als er 1990 die Vorstände Walther Lukesch und Heinz Maier ablöste, gehörten die damaligen Treibacher Chemischen Werke (TCW) noch der CA, dem ÖCI und der BKS. 1994 übernahm der von Erhard Schaschl geführte Wienerberger-Konzern die Treibacher, im Jahr 2000 der bayerische Baron August von Finck. Seit 2007 gehört die Treibacher Industrie AG der Treibacher Holding, an der zu 75 Prozent die Familienprivatstiftung von Erhard Schaschl und zu 25 Prozent die Familienprivatstiftung des Fruchtsafterzeugers Franz Rauch beteiligt ist.
In den Verlustjahren 1992/93 mussten die Treibacher von über 1000 auf rund 500 Mitarbeiter schrumpfen, seither gibt es organisches Wachstum und heute wieder 670 Leute. 2009 ging der Umsatz von 500 auf 230 Millionen Euro zurück, heuer klettert man wieder auf rund 380 Millionen Euro. "Wir sind stolz, dass wir auch im Krisenjahr 2009 mit Gewinn abgeschlossen haben", so Iro. "Den erfolgreichen Weg fortsetzen" ist das Ziel von Bouvier und Schmidtmayer. Neben organischem Wachstum halten sie auch nach attraktiven Zukäufen Ausschau.















-Anzeigen