Stahlkocher mit glänzendem Ergebnis
Der Stahlkonzern Voestalpine hat die Wirtschaftskrise hinter sich gelassen und verdient wieder glänzend. Der operative Gewinn verzehnfachte sich im Halbjahr.

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Das Bild vom Phönix aus der Asche lässt sich mit einer Zahl am deutlichsten untermalen: Der operative Gewinn (Ebit) steht zum Geschäftshalbjahr mit 414 Millionen Euro in den Büchern. Das ist fast eine Verzehnfachung gegenüber dem Vergleichswert von 43 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz machte "nur" einen Sprung um 24 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.
Für das gesamte Geschäftsjahr stapelt Voest-Chef Wolfgang Eder noch tief. 760 Millionen Euro operativer Gewinn seien gut abgesichert. Der Umsatz überschreite die zehn Milliarden und erreiche damit das Niveau vor der Krise. "Wir sind wieder im Normalbetrieb, aber noch nicht vor Rückschlägen gefeit," so Eder. Tatsächlich fahren die Voest-Betriebe mit voller Kapazität. Die Auftragsbücher sind voll, die Nachfrage in Europa, Asien und Südamerika ist sehr gut. Über das ambitionierte Voest-Sparprogramm im Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro bis 2012 wird trotzdem die Eisenbahn fahren: Den größten Brocken davon stemmt der Konzern heuer mit 300 Millionen Euro.
Mehr Leiharbeiter
Eine Konsequenz des Voest-Sparpakets ist etwa das Einbremsen der Investitionen auf zuletzt 39 Millionen Euro. Beim Personal stockt der Konzern bereits wieder Mitarbeiter auf - allerdings nur mit Leiharbeitern. Fast 3600 Leiharbeiter werken in den Voest-Betrieben. Die Zahl der "echten" Voestler ist auf 39.860 gesunken. Übernahmen von Leiharbeitern kommen für Eder in einem Jahr infrage, wenn sich die Stabilisierung fortsetze. Für Claus Raidl, den langjährigen "Glücksschmied" von Böhler Edelstahl in Kapfenberg, war die Präsentation der Voest-Halbjahresbilanz der letzte öffentliche Auftritt als Chef der Edelstahl-Division vor seiner Pensionierung.
Wolfgang Eder nannte den 68-Jährigen den "Lebensmenschen von Böhler-Uddeholm". Österreich brauche mehr denn je kreative Köpfe wie ihn. Raidl selbst sagte zu seinem Abschied aus dem Voest-Vorstand: "Der Entschluss, Böhler-Uddeholm 2007 in die Voestalpine einzubringen, nachdem sich unser Kernaktionär als kleine Heuschrecke erwiesen hatte, das war - auch im Blick auf die Finanzkrise - die beste Entscheidung, die ich in den vergangenen 20 Jahren getroffen habe." CLAUDIA HAASE














