Villach ist Industrie-Hauptstadt
Wenig überraschend, aber nun gut an Zahlen ablesbar: Villach ist Kärntens Industrie-Hauptstadt. Von den Top 25 der Kärntner Industriebetriebe liegen die meisten in der Draustadt. Die Krise traf viele Unternehmen hart.

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Rund ein Drittel der 25 umsatzstärksten Kärntner Industriebetriebe ballt sich in der Draustadt. Dies brachte eine Erhebung des Industriemagazins für das Jahr 2009 zutage (siehe Grafik oben).
Der umsatzstärkste Kärntner Industriebetrieb sitzt allerdings am Arnulfplatz in Klagenfurt: die Kelag - mit 1,159 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2009. Nicht dass damit gesagt wäre, wie dick die Stromrechnung der Kärntner ausfällt. Vielmehr kommt dieser Umsatz zu beträchtlichen Teilen durch den florierenden internationalen Stromhandel der Kelag zustande, unter anderem durch den begehrten Leistungsspitzenstrom aus Speicherkraftwerken.
Bei Infineon Technologies Austria in Villach - 2008 noch Spitzenreiter mit 1,2 Milliarden Euro Umsatz - sieht man an der Umsatzdelle mit 903 Millionen Euro deutlich die Spuren der Vorjahreskrise. Heuer hat das Halbleitergeschäft aber wieder boomend angezogen. Mit 2350 Leuten in Villach ist Infineon der Industriebetrieb mit den meisten Mitarbeitern in Kärnten, gefolgt vom Filterwerk Mahle in St. Michael ob Bleiburg. Die größte von Kärnten aus gesteuerte Mitarbeiterzahl hat aber die Wietersdorfer Gruppe, die weltweit bereits 3300 Mitarbeiter hat.
Spürbare Umsatzeinbußen durch die 2009 kritische Weltwirtschaftslage sowie negative Jahresergebnisse (EGT) mussten Betriebe wie Chemson, Hirsch Servo oder SW Umwelttechnik wegstecken. Zu den Umsatzgewinnern trotz Krise zählte Robert Kanduths Kioto in St. Veit, die von 117 auf 120 Millionen Euro Umsatz kletterte.
In der Statistik für 2009 noch enthalten: Gabor in Spittal mit 329 Leuten und 107 Millionen Euro Umsatz. Das ist seit der Schließung Geschichte. Wichtige Industriebetriebe wie Philips in Klagenfurt oder Mondi in Frantschach haben keine Angaben gemacht und scheinen daher unter den Top 25 Unternehmen nicht auf. Das vermeintlich größte Kärntner Industrieunternehmen, Hans Peter Haselsteiners Baukonzern Strabag mit rund 7000 Mitarbeitern weltweit, hat zwar eine Zentrale mit mehreren hundert Mitarbeitern in Spittal, der Konzernsitz ist aber in Wien.
Für das Jahr 2010 kann die Kärntner Industriellenvereinigung auch nach dem dritten Quartal noch keine Entwarnung geben. Die aktuelle Konjunkturumfrage zeige laut Industriepräsident Otmar Petschnig weiterhin Stagnation, allerdings auf "solidem Niveau". 53 Prozent glauben, dass Aufträge steigen, 43 Prozent, dass sie gleich bleiben.















