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Zuletzt aktualisiert: 05.11.2010 um 20:33 UhrKommentare

Dosen-Gigant steuert Indien und Pakistan an

Red-Bull- Chef Dietrich Mateschitz (66) freut sich im Jahr eins nach der Krise über 4,4 Milliarden verkaufte Dosen und über die beste Bilanz aller Zeiten.

Foto © GEPA

Mit etwas Abstand, was hat denn ein Konzern wie Red Bull von der Wirtschaftskrise abbekommen?

DIETRICH MATESCHITZ: Nachdem Red Bull nicht in einer Oase agiert, sondern innerhalb globaler Rahmenbedingungen, ist es ganz normal, dass diese sogenannte Wirtschaftskrise, diese Rezession auch uns getroffen hat. Aber wir haben sie rein bilanztechnisch vielleicht nicht ganz so gespürt.

Das heißt in Zahlen?

MATESCHITZ: Die Krise hat sich auf zwei Halbjahre verteilt. Auf das zweite Halbjahr 2008 und die erste Hälfte von 2009. Das war zwar in Summe ein Jahr, aber die Auswirkungen waren jeweils nur von sechs Monaten. Das heißt, mit den Zahlen davor und danach konnten wir das einigermaßen ausbilanzieren. Es war also kein Einbruch.

Lediglich kein Einbruch oder hat Red Bull die Krise letztlich gar nicht gespürt?

MATESCHITZ: Wenn es weniger Kaufkraft gibt, die Beschäftigtenquoten zurückgehen, dann spürt man, dass die Menschen weniger Geld ausgeben. Aber von einem Gewinneinbruch bei Red Bull zu reden, ist absurd.

Heißt das, weniger expandieren, weniger investieren?

MATESCHITZ: Wir haben in den letzten zwei Jahren das Wachstum etwas verflacht, aber unsere Investitionen fortgesetzt, zum Teil sogar erhöht. Wir haben nach wie vor ein Marketingbudget von 1,4 Milliarden Euro.

Innerhalb des Konzerns, gab es da Einsparungen?

MATESCHITZ: Nicht direkt. Aber wir haben ein Kostenbewusstsein bei den Mitarbeitern geschaffen. Viele haben ja nach dem "Was kostet die Welt?" gelebt.

Wie wird die Bilanz des heurigen Jahres aussehen?

MATESCHITZ: 2010 wird für Red Bull das beste Jahr "since ever". Wir werden heuer etwa 4,4 Milliarden Dosen verkauft haben. So gesehen sind wir aus der Krise stärker herausgegangen, als wir hinein- gegangen sind.

Pläne für die nahe Zukunft?

MATESCHITZ: Indien hat Priorität. Pakistan ist auf "stand by". Eventuell werden wir schon nächstes Jahr auch in China anfangen.

Die Krise ist vorüber?

MATESCHITZ: Nur dann, wenn die Staaten draufkommen, dass sie sparen müssen. Derzeit ist es eher eine Scheinerholung.

Das Sparpaket in Österreich ist ausreichend?

MATESCHITZ: Ich sehe zwei Aspekte. Rein monetär ist es genug. Aber es ist kein Sparpaket nach Richtigkeit oder Sinnhaftigkeit, sondern es wurde wieder nach vermeintlichen Parteiideologien geschnürt.

INTERVIEW: HUBERT PATTERER, GERHARD NÖHRER, GERALD POTOTSCHNIG

DATENBLATT

Dietrich Mateschitz hält 49 Prozent an Red Bull, die Familie Yoovidhya aus Thailand hält 51 Prozent.

Die Forbes-Liste 2010 weist Dietrich Mateschitz auf Platz 208 der "Reichsten der Welt" aus, Privatvermögen 4,1 Milliarden US-Dollar.

Im Jahr 2009 verkaufte Red Bull 3,906 Milliarden Dosen, Umsatz 3,268 Milliarden Euro. 2010 werden 4,4 Milliarden Dosen verkauft werden.

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