Leistungschips aus Kärnten für Chinas Traum
Infineon will mit dem führenden chinesischen Hersteller von Elektroautos groß ins Geschäft kommen. Leistungschip "Wafer", der in Villach produziert wird, soll dabei Hilfe leisten.

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Das Elektroauto", eröffnet Henry Z. Li der Kleinen Zeitung, "wird stark kommen". Infineon hat dafür eine sehr gute Technologie." Der Topmanager des chinesischen Autoherstellers BYD lässt ahnen, mit welchem Tempo China in das Zeitalter der Elektromobilität steuert. BYD steht für "Build Your Dream" - erfülle deinen Traum. Wang Chuan Fu, Begründer und Haupteigentümer des Unternehmens, will laut Herrn Li bis 2015 Chinas größter Autoproduzent werden. Bis zum Jahr 2025 soll BYD dann der größte Autohersteller des Erdballs werden - mit der Erzeugung von 15 Millionen Elektroautos im Jahr. "Das ist der Traum", sagt Henry Li.
Leistung aus Villach
"In China gibt es in allen Bereichen einen riesigen Bedarf für unsere Leistungschips ("Wafer"), von denen wir derzeit jährlich 1,5 Millionen in Villach herstellen," erklärt Andreas Urschitz, General Manager der Sparte Energiesparchips. Die Sparte, in der ihm 500 Leute unterstehen, macht bereits jetzt ein Fünftel der globalen Infineon-Produktion aus. Gerade setzt man in Villach zum nächsten Technologiesprung als Weltmarktführer bei Leistungshalbleitern an: "Erstmals sind wir in der Lage, 300 Millimeter große "Wafer" herzustellen. Die Scheiben sind drei Mal dünner als menschliches Haar", berichtet Infineon-Vorstand Monika Kircher-Kohl. "Das können nur wir, darauf sind wir stolz."
Entsprechend selbstbewusst präsentierte sie gestern bei der Austria Tec Week auf der Expo Shanghai das Potenzial und die Perspektiven von Infineon im Reich der Mitte.
China als Umsatztreiber
Mit fünf Produktions- und Verkaufsniederlassungen in China macht Infineon schon eine halbe Milliarde Euro Umsatz. Von dem Geschäft, das Infineon in Österreich verantwortet, werden 30 Prozent in China erlöst. Forschungskooperationen mit 21 chinesischen Universitäten und das Young-Talent-Programm, bei dem Chinesen in der Draustadt ausgebildet werden, vertiefen die Verbindung. Leo Lorenz, Spitzentechniker am Villacher Infineon-Standort und zugleich Professor für Leistungselektronik an vier chinesischen Universitäten, verweist auf den staatlichen Turbo für Elektro- und Hybrid-Autos im Riesenreich China: "Ein Drittel des Kaufpreises zahlt der Staat."
"Exzellentes Netzwerk"
"Wir haben ein exzellentes Netzwerk mit unseren chinesischen Kunden", erklärt Kircher-Kohl. "Auch mit dem Autohersteller BYD kann eine gute und große Kooperation entstehen."
Die Chancen der Zukunft liegen nicht in der Automobil-Sparte, sondern in allen Bereichen der Energieeffizienz. Womit bei der Stromerzeugung ebenso eingespart wird wie beim Ausstoß von CO2-Schadstoffen. Hier hat China, mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern, enormen Bedarf.














