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Zuletzt aktualisiert: 23.09.2010 um 21:18 UhrKommentare

So macht auch der Abschied viel Spaß

Milliarden versenkt, Millionen bekommen: Manager erhalten auch nach teilweise makabren Fehlleistungen extreme Abfindungen.

Foto © APA

Die deutsche Wirtschaftswoche brachte es vor einiger Zeit auf den Punkt: Fehlleistung muss sich wieder lohnen, schrieb sie angesichts der zahllosen US-Manager, die wegen des Hypotheken-Desasters den Hut nehmen mussten und trotzdem Millionen abcashten: Stan O'Neal von der Investment-Bank Merril Lynch, die acht Milliarden Dollar den Bach hinunterleerte, bekam zum Abschied 161,5 Millionen Dollar, der Chef der ehemals größten Bank der Welt, Charles Prince, bekam immerhin noch 40 Millionen Dollar, hinterließ allerdings auch ein Minus von 15 Milliarden. Und liegt damit um mehr als 20 Millionen Dollar unter den 66 Millionen, die die US-Banker im Schnitt mit nach Hause genommen haben.

351 Millionen Dollar

Darüber kam der frühere Exxon (Esso)-Manager Lee Raymond nur milde lächeln. Er dürfte mit 351 Millionen Dollar nach wie vor der ungekrönte Krösus unter den Managern sein, denen der Abschied von Unternehmen viel Spaß gemacht hat. Robert Nardelli, Chef der US-Baumarktkette Home Depot, bekam immerhin noch 210 Millionen, wechselte dann zu Chrysler. Der Autokonzern ist inzwischen pleite und wurde von Fiat übernommen. (Raymond hat übrigens auch vorher schon gut verdient: Nach Berechnungen der New York Times hat er in seiner 13-jährigen Amtszeit bei Exxon Tag für Tag 144.573 Dollar erhalten.)

Deutsche Manager können mit ihren Kollegen in den USA nicht ganz mithalten, wirklich darben müssen sie in der Rente aber auch nicht. Ein Glück nicht nur fürs Unternehmen dürfte etwa der Abgang von Daimler-Chef Jürgen Schrempp gewesen sein. Schrempps Rücktritt bescherte den Aktionären die lang ersehnten Kursgewinne und ihm eine Abfindung von 50 Millionen.

Kaiser Wiedeking

Da kann bei unseren Nachbarn eigentlich nur Wendelin Wiedeking mithalten. Der ehemalige Porsche-Chef, dem der Sportwagenbauer ohne Zweifel viel zu verdanken hat, bekam zum Schluss geschätzte 60 Millionen Euro mit auf den Weg, obwohl er mit der von ihm angepeilten Übernahme von VW durch Porsche gerade das Gegenteil bewirkt hat.

Alessandro Profumo kann man all das nicht vorwerfen. Auch wenn der Aufsichtsrat gestern der Meinung war, dass "nach 15 Jahren die Zeit für einen Führungswechsel reif war" - so der UniCredit-Präsident Dieter Rampl -, direkt vorwerfen kann man Profumo nichts. Ganz im Gegenteil. Die Bank Austria-Mutter ist ohne Staatshilfe über die Runden gekommen und gilt als grundsolide, die kolportierten 40 Millionen Euro Abfindung aber dennoch jenseits von Gut und Böse.

RAINER STRUNZ

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