Betriebe am Sprung nach Kärnten
Auf leisen Sohlen könnten sich schon demnächst zwei Betriebe in Kärnten ansiedeln: eine italienische Schuherzeugung in Oberkärnten und ein Recyclingbetrieb in Arnoldstein.

Foto © KKEine Recyclinganlage für Altreifen und eine Produktionsstätte für Thierry Rabotin wollen sich in Kärnten ansiedeln
Während der Krise im Vorjahr war es eher still um Kärntner Betriebsansiedlungen, doch hinter den Kulissen haben die Mitarbeiter der Entwicklungsagentur Kärnten (EAK) das Tempo vor allem in Italien nochmals verstärkt. Das hat sich jetzt, wo Entspannung auf den Märkten wieder sichtbar wird, ausgezahlt. Der Motor läuft wieder.
Flotte Sohle
Einer der dem abgetakelten Schuhstandort Spittal wieder neues Leben einhauchen könnte, ist der Österreicher Karlheinz Schlecht, der bei Mailand eine erfolgreiche Produktion hochwertiger Schuhe betreibt. Er hat vor, einen Teil seiner Fertigung in den Raum Spittal zu verlegen, um von dem Know-how zu profitieren. "Kärnten hat ausgezeichnet ausgebildete Fachkräfte im Bereich Schuherzeugung. Wir wollen sie auf unsere Bedürfnisse der Handarbeit einschulen", so Schlecht, der im ersten Anlauf mit acht Schuharbeitern beginnen will.
Nach der Abwanderung der Firma Gabor aus Spittal sind zahlreiche Fachkräfte verfügbar. Die Firma Parabiago Collezioni mit den Markenschuhen Thierry Rabotin hat Kunden in 50 Ländern der Welt, die Preise bewegen sich zwischen 200 und 300 Euro im Handel. An eine Auslagerung nach Ostasien, wie es viele seiner Mitbewerber praktizieren, denkt Schlecht nicht. "Wir haben nur Potenzial nach oben. Diese Qualität können wir in Asien nicht erreichen." Hochwertige Marken hätten in der Krise kaum gelitten, so Schlecht und er fügt hinzu: "Wir haben heuer das beste Jahr." Die Entscheidung für Kärnten haben ihm das Service der EAK, die steuerlichen Vorteile und die geringen bürokratischen Hürden, erleichtert.
Recycling-Spezialist
Der schwäbische Recycling-Spezialist, Walter Moll, hat eine Ansiedlung ganz anderer Art vor. Er möchte im Industriepark Arnoldstein in eine hochwertige Recyclinganlage für Altreifen 50 Millionen Euro investieren. "Wir sind von dem Standort am Dreiländereck beeindruckt," sagt Moll, der mit der Anlieferung von reichlich Material aus diesen Regionen rechnet, denn der österreichische Markt mit seinen 20.000 Tonnen Aufkommen wäre zu klein. Moll hat ein Patent auf eine rückstandsfreie Recyclingmethode. "Wir extrahieren thermisch alle wertvollen Materialien, wie Öl und Mineralien aus den Reifen, die kann die Industrie wieder weiterverarbeiten", erklärt Moll das Verfahren, für das er noch zahlreiche Genehmigungen braucht. "In Deutschland brauchen wir dafür sieben Monate, in Kärnten hoffe ich auf die Hälfte. Hier bekommen wir beste Unterstützung."
Vom Standort Kärnten überzeugt ist auch Florian Costa, geschäftsführender Gesellschafter der Autopflegefirma Carlovers, die sich kürzlich in Kärnten angesiedelt hat. "Wir sind offen für neue Projekte", so Costa. Wenn interessante Projekte an ihn herangetragen würden, wäre er bereit zu investieren. "Die Zeiten, in denen man in den Osten gegangen ist, sind vorbei. Wir besinnen uns wieder auf den Heimmarkt."














