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    Zuletzt aktualisiert: 12.09.2010 um 14:46 UhrKommentare

    50 Jahre Reichtum dank Kontrolle des Öl-Marktes

    Vor 50 Jahren schlossen sich die führenden Erdölexporteure zu einem Kartell zusammen. Die Opec kontrolliert zwei Drittel der weltweiten Erdölreserven und steuert mit seinen Entscheidungen über Fördermengen den Öl-Preis.

    Foto © APA

    Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) wird 50 Jahre alt. Sie zeichnet für 40 Prozent der weltweiten Ölförderung verantwortlich. Der Ölpreis - und damit indirekt die Kosten für Mobilität, Heizung und Güter aller Art - hängt traditionellerweise stark von ihren Entscheidungen ab. Die globalen Klimaschutzziele setzen dem Ölzeitalter aber zu. Die in Wien ansässige Institution sieht einer ungewissen Zukunft entgegen.

    Die Opec wurde am 14. September 1960 in Bagdad gegründet. Ihre zwölf Mitglieder verfügen über geschätzte drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Die Einnahmen aus Rohöl-Exporten tragen bei vielen Mitgliedsstaaten den größten Teil zum Budget bei.

    Die Opec übt eine marktsteuernde Wirkung aus. Sie tut das nicht direkt über den Preis, sondern über ihre Förderquoten. Zunächst gleicht die Organisation die globale Nachfrage nach Öl mit den sich am Markt befindenden Kapazitäten der Nicht-Opec-Förderländer wie Russland, Kasachstan oder den USA ab. Den Rest liefert die Opec, wobei jedem Mitgliedsstaat Förderquoten zugeteilt werden.

    Preis fixiert

    Momentan bewegt sich der Ölpreis zwischen 70 US-Dollar und 85 US-Dollar. Laut dem Rohstoff-Investor Christoph Eibl wird die Opec den Preis mittelfristig in dieser Bandbreite fixieren. Die in der Opec zusammengeschlossenen Länder würden über ausreichende Möglichkeiten verfügen, um ihn dort zu halten und die Achterbahnfahrt der letzten Jahre zu beenden, so Eibl im August 2010 zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). "Wenn der Preis zu stark steigt, bringen sie einfach mehr Öl auf den Markt, wenn er darunter fällt, weniger", erklärte der Geschäftsführer der auf Rohstoffe spezialisierten Gesellschaft Tiberius Asset Management.

    Die Zukunft der Opec ist indes ungewiss. Während immer nur vom "Peak-Oil" die Rede war - dem Punkt, an dem die weltweiten Ölvorräte zu sinken beginnen - könnte es ganz anders kommen. Der Klimawandel lässt die Industrieländer auf andere Wirtschaftsstrukturen setzen. Künftig soll die Gewinnung von Energie möglichst emissionsarm sein. Das würde ein Ende der Abhängigkeit vom Öl bedeuten.

    Alternativen in Sachen Mobilität, Heizung und Kühlung sollen den Energieverbrauch senken. Bis 2020 will die EU ihre Emissionen im Vergleich zum Stand von 1990 um 20 Prozent zurückfahren. Die USA wollen ihren Ausstoß (Stand: 2005) bis dahin um 17 Prozent reduzieren.

    Peak-Demand

    Nun ist erstmals vom "Peak-Demand" zu hören - dem Punkt, an dem die globale Nachfrage nach Öl zurückgeht. Mit den Klimaschutzzielen sinkt der Ölverbrauch in den Industrieländern. "Im Rest der Welt könnte sich das Nachfragewachstum so verlangsamen, dass es in Summe um 2030 zum Peak-Demand kommt", meint der Energie-Experte Johannes Benigni vom in Wien ansässigen Consulting-Unternehmen JBC Energy.

    Sollte die Nachfrage nach dem "schwarzen Gold" als Energieträger wirklich dauerhaft zurückgehen, wäre die Opec vor einem Scheideweg. Ein langfristiger Werteverfall würde die meisten Opec-Mitglieder in große ökonomische Schwierigkeiten bringen. Der Ölpreis könnte sich aber auch dramatisch erhöhen. Denn in anderen Wirtschaftszweigen - der Pharmabranche oder der chemischen Industrie etwa - gibt es noch keine Alternative zum Öl.

    Das Ölkartell Opec besteht aus den fünf Gründungsmitgliedern Saudi-Arabien, Irak, Iran, Kuwait und Venezuela sowie Katar, Libyen, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Algerien, Nigeria, Ecuador und Angola. Indonesien hat 2008 seine Mitgliedschaft ausgesetzt. Pünktlich zum 50-Jahr-Jubiläum zog man in ein neues Gebäude in die Wiener Innenstadt.

    Öl-Krise

    Ins allgemeine Bewusstsein gelangte die Opec vor allem durch ihre Rolle in den "Ölkrisen" der 1970er-Jahre. Die erste Ölkrise wurde im Herbst 1973 durch den von Ägypten und Syrien gegen Israel geführten Jom-Kippur-Krieg ausgelöst. Die Opec drosselte bewusst die Fördermengen, um die Unterstützung Israels seitens der USA und der westeuropäischen Staaten zu vergelten. Innerhalb eines Jahres stieg der Weltölpreis um 300 Prozent.

    Die zweite Ölkrise wurde durch die Revolution im Iran und den folgenden Irak-Iran-Krieg, dem ersten Golfkrieg, ausgelöst. Förderungsausfälle und Verunsicherung der Marktteilnehmer bezüglich beider Opec-Mitglieder zogen einen Preisanstieg von über 100 Prozent innerhalb von 12 Monaten nach sich.


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