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Zuletzt aktualisiert: 10.09.2010 um 18:54 UhrKommentare

Banken müssen Geld auftreiben

Eigenkapital als Vorsorge gegen risikoreiche Kredite muss deutlich erhöht werden.

Foto © Fotolia - Gina Sanders

Der Zusammenbruch der Lehman-Bank vor zwei Jahren hat die Banken und die Regierungen das Zittern gelehrt. Nur durch staatliche Nothilfe konnten viele Banken vor dem Ruin bewahrt werden. Jetzt werden die Regelungen für die Banken verschärft. Bereits am Wochenende wollen die 20 wichtigsten Industrienationen der Welt (G20) in Seoul das Finanzmarkt-Regelwerk Basel III beschließen. Der wichtigste Punkt darin: Die Banken müssen ihr Eigenkapital gewaltig aufstocken, um gegen Krisen besser gewappnet zu sein.

Als erste europäische Bank will die Deutsche Bank unter ihrem Chef Josef Ackermann mit Fakten reagieren. Ackermann plant eine Kapitalerhöhung im Rekordvolumen von neun Milliarden Euro. Die Aufstockung soll auch dazu dienen, die deutsche Postbank komplett zu übernehmen und ihre dünne Kapitaldecke aufzupolstern.

Basel III ist unter den Banken heftig umstritten, es werden Befürchtungen geäußert, Europa werde im Banksektor gegenüber den USA ins Hintertreffen kommen, da die Amerikaner tatsächlich keine Eile zeigen, die neuen Regeln umzusetzen.

Auf die Banken kommt mit Basel III einiges zu. Das sind die Eckpunkte:

Eigenkapital. Derzeit liegt die Mindestquote bei vier Prozent, sie wird, je nach Anforderung, auf acht bis zwölf Prozent angehoben. Mit dem Eigenkapital müssen Banken z. B. Kredite absichern oder Verluste decken.

Kapitalpuffer. Das ist neu. Er soll verhindern, dass das Kapital in Krisenzeiten zu schnell aufgezehrt wird.

Fristen. Die Mindestquoten für das Eigenkapital treten 2013 in Kraft. Für Kapitalpuffer gelten Übergangsfristen.

"Schwerer Fehler"

Für Österreichs Banken (alle zusammen genommen) bedeutet Basel III, dass sie je Prozentpunkt Erhöhung 5,5 Milliarden Euro aufwenden müssen. Sie weisen aber im Schnitt mehr als acht Prozent Eigenkapital aus. Das Geld für die Aufstockung geht aber im Alltagsgeschäft ab. Andreas Treichl, Chef der Erste Bank Gruppe, die bis 2015 Österreichs führender Bankkonzern werden will, hält Basel III für einen "schweren Fehler". Erste-Chef Thomas Uher schließt nicht aus, dass der Haftungsverbund der Sparkassen (Absicherung der Sparer) aufgelöst werden könnte, "wenngleich ich das nicht für realistisch halte".


AUSSTIEG AUS DER SPEKULATION

Mit Basel III sollen die Banken von riskanten Investmentgeschäften stärker hin zum normalen Bankgeschäft geführt werden.

Die Mehrheit der EU-Banken erfüllt die strengeren Kriterien.

Für Unternehmen und Private könnte Basel III die Aufnahme von Krediten erschweren, die Konjunktur dämpfen.

Die Basel-Abkommen sind nach dem Verhandlungsort Basel (Schweiz) benannt.

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