Zuckerkartell schottete Österreichs Markt bis 2008 ab
Die Zuckerkonzerne Südzucker und ihre österreichische Beteiligung Agrana haben sich zwischen 2004 und 2008 mit einem anderen Anbieter den Zuckermarkt per Absprachen aufgeteilt. Dafür soll es nun eine Strafe geben.

Foto © APA
Dies teilte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Donnerstag mit. Die Absprachen sollen alle Produkte im Zuckerbereich (Industrie- und Haushaltszucker) in ganz Österreich betroffen haben. "Die BWB hat einen Geldbußeantrag beim Kartellgericht eingebracht", erklärt BWB-Generaldirektor Theodor Thanner.
Höhe der Geldstrafe noch nicht bekannt
Die Höhe der allfälligen Geldstrafe wird sich aus den Ermittlungen ergeben und sich an der Dauer des Fehlverhaltens und den übrigen Umständen des Vergehens orientieren. Die Causa wird vor dem Wiener Kartellgericht verhandelt. Agrana und Südzucker hatten bereits am Mittwochabend die Erhebungen gegen sich bekanntgegeben, aber inhaltlich keine Aussagen zu den Vorwürfen getroffen.
An dem Kartell war laut BWB noch ein zweiter Hersteller beteiligt, der aber nicht verfolgt wird, weil er die Kornzeugenregelung in Anspruch nimmt (die Absprachen aufgedeckt hat).
"Es hat zwischen Anfang 2004 bis mindestens Ende 2008 halbjährliche Treffen gegeben", sagte BWB-Sprecher Stefan Keznickl am Donnerstag zur APA. In diskreten Gesprächen u.a. in London und Paris sei das Gebietskartell aufrechterhalten bzw. vereinzelte "Störungen" beim jeweils anderen Kartellanten abgemahnt worden. Der österreichische Markt sei dadurch über Jahre weitgehend abgeschottet und aufgeteilt worden.
Das jährliche österreichische Abnahmevolumen an Zucker (Industrie- und Haushaltszucker) beträgt zwischen 300.000 und 350.000 Tonnen, teilte die BWB schriftlich mit. Jeder Österreicher konsumiert jährlich 50 kg Zucker. Industriezucker wird lose (als Siloware flüssig oder als Kristallzucker) oder in großen Packungen (als Sackware) in Mengen ab 5 Kilo verkauft. Haushaltszucker wird in Packungen bis zu 5 kg an Haushalte oder an die Gastronomie verkauft. Die im ATX Prime notierte Agrana verlor bis gegen 13.00 Uhr 0,7 Prozent auf 72,75 Euro.














