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Zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 um 18:37 UhrKommentare

Rechnungshof-Rohbericht zu Skylink-Debakel fertig

Der mit Spannung erwartete Rechnungshof-Rohbericht zum Skylink-Debakel beim Flughafen Wien wurde heute, Freitag, zugestellt, bestätigte Flughafen-Sprecher Peter Kleemann entsprechende Medienberichte.

Foto © APA

Der 300-seitige Bericht wurde an den Flughafen-Vorstand sowie an die Länder Niederösterreich und Wien, die mit je 20 Prozent die beiden größten Aktionäre sind, übermittelt. Der Flughafen-Vorstand hat ab heute ein Monat für seine Stellungnahme gegenüber dem Rechnungshof (RH) Zeit, die Länder Niederösterreich und Wien drei Monate. "Wir prüfen nun die Inhalte und werden unsere Stellungnahme fristgerecht abliefern", so Kleemann.

Unzureichend vorbereitet

Seit 23. Oktober 2009 durchkämmen die Prüfer des Rechnungshofs die Unterlagen zum Skylink und nehmen die Kostenexplosion beim Bau des Terminals unter die Lupe. Der Inhalt des Rohberichts ist noch nicht bekannt. Über die wichtigsten Kritikpunkte ist trotzdem schon einiges zu hören, schreibt der "Kurier" (Samstagsausgabe). Die Großbaustelle soll völlig unzureichend vorbereitet worden sein. Anstatt einen Generalunternehmer zu engagieren, wurde die Bauabteilung des Flughafens beauftragt. Eines der größten Probleme, wenn nicht das Hauptproblem, war die unkoordinierte Planung, die so gut wie nie dem aktuellen Stand der Arbeiten auf der Baustelle entsprach und in ein Chaos ausartete. Die begleitende Kontrolle von Kosten und Zeitplan soll versagt haben. Auf Warnungen, die im Lauf der Bauzeit dann auch schon von den ausführenden Firmen selbst kamen, wurde offenbar nicht entsprechend reagiert.

Um die offiziellen Baukosten in der Öffentlichkeit niedrig zu halten, wurden mit Genehmigung des Aufsichtsrates Teilprojekte nicht dem Skylink zugeordnet, was der Flughafen jedoch bereits mehrfach dementiert hatte. Wie zu hören ist, soll der Rechnungshof auch die Gehälter samt Erfolgsprämien der Vorstände (je rund 400.000 Euro) und deren Pensionsregelung kritisieren. Ob die Boni auch für 2010 ausbezahlt werden, ist an den Rechnungshofbericht geknüpft.


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