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Zuletzt aktualisiert: 30.08.2010 um 09:18 UhrKommentare

Infineon-Verkauf: Folgen für Österreich-Standorte noch unklar

Nähere Infos über die Auswirkungen auf Österreich werden am Montag um 14.00 Uhr bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Der Münchner Halbleiterkonzern Infineon verkauft seine Handychipsparte an den US-Branchenriesen Intel.

Foto © APA

Der Münchner Halbleiterkonzern Infineon verkauft seine Handychipsparte an den US-Branchenriesen Intel. Welche Auswirkungen das auf Infineon Österreich hat, ist derzeit noch unklar, hieß es Montagfrüh aus der Konzernzentrale zur APA. Näheres werde am Montag um 14.00 Uhr bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Bei Infineon in Österreich mit Sitz in Villach werden Halbleiter- und Systemlösungen für Anwendungen in den Bereichen Auto, Industrie und Kommunikationslösungen entwickelt und produziert. Neben Villach ist Infineon noch in Klagenfurt, Graz, Linz und Wien präsent.

1,1 Mrid. Euro Kaufpreis

Die US-Amerikaner zahlen für das Segment umgerechnet 1,1 Mrd. Euro in bar. Die Transaktion soll bis Ende März abgeschlossen sein. Infineon-Chef Peter Bauer betonte, der Verkauf sei eine strategische Entscheidung, damit sich sein Haus künftig stärker auf die verbleibenden Geschäfte mit Auto- und Industrielektronik sowie Chipkartentechnik konzentrieren könne. "Alle Seiten profitieren stark von dieser Transaktion." Wireless Solutions (WLS) sei auch unter Intel in der Lage, weiter zu wachsen.

Die Sparte WLS werde als eigenständige Geschäftseinheit agieren und seine Bestandskunden weiter bedienen, hieß es. Intel werde die Technik in seine Angebote integrieren. "Der weltweite Bedarf an Wireless-Lösungen wächst weiterhin mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit", erklärte Intel-Chef Paul Otellini. "Da immer mehr Geräte über Computing-Funktionen und Internetzugang verfügen, sind wir überzeugt davon, dass Intel gut positioniert ist, um das Wachstumspotenzial in jedem Computing-Segment zu nutzen - von Laptops bis zu mobilen Endgeräten."

Die beiden Konzerne hatten seit Monaten über die Transaktion verhandelt. Bis zuletzt war allerdings unklar, ob Infineon die Sparte, die mit gut einer Milliarde Euro rund ein Drittel des Konzernumsatzes liefert, komplett verkauft oder sich vorerst nur von einen Anteil trennt. Als Gesamtwert für das Segment waren Preise von mehr als einer Milliarde Euro im Gespräch.

Die Infineon-Mobilfunkchipsparte hatte jahrelang Verluste geschrieben, ehe Konzernchef Bauer sie beharrlich sanierte. Im laufenden Quartal wird sie seinen Angaben zufolge zum größten Umsatzbringer von Infineon aufsteigen. Zuletzt erreichte das Segment, das unter anderem Nokia, Samsung und Apple beliefert, eine operative Rendite von rund sieben Prozent.

Mit dem Verkauf der Sparte vermeidet Infineon weitgehend, im harten Konkurrenzkampf im Mobilfunkgeschäft ins Hintertreffen zu geraten. Branchenexperten hatten gefordert, dass sich der Konzern aus Neubiberg bei München stärker auf seine Hauptabsatzmärkte Autobau und Industrie konzentriert. Die Einnahmen aus der Trennung lassen die Investoren nun auf eine Dividendenausschüttung hoffen. Diese hatte die Konzernspitze zuletzt wegen der hohen Barbestände immer wieder angedeutet.

Intel steigt mit der Akquisition in den boomenden Markt für Handys und Smartphones ein, auf dem die US-Firma bisher nur schwach vertreten ist. Der US-Konzern setzt zudem seine Einkaufstour fort: Erst vor eineinhalb Wochen hatte Intel die Übernahme des US-Anti-Virensoftwarespezialisten McAfee für 7,7 Milliarden Dollar angekündigt.


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