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Zuletzt aktualisiert: 07.07.2010 um 05:10 UhrKommentare

Ein schlagkräftiger Kärntner bei der Expo

Die "Himmelberger Zeughammerwerke" stellen als einziges Kärntner Unternehmen auf der Weltausstellung aus - "Trifffix - die Axt mit der jeder trifft".

Josef Müller, einer von drei Geschäftsführern des Familienbetriebes

Foto © CikJosef Müller, einer von drei Geschäftsführern des Familienbetriebes

Ist es ein leichtfertiges Versprechen, das Seppi Müller gibt, oder hat er den großen Innovationswurf geschafft? "Trifffix - die Axt mit der jeder trifft", nennt der Geschäftsführer des Himmelberger Zeughammerwerks seine neueste Holzhacke, bei der der Name das Produkt erklärt und gleichzeitig Marketing ist. Offene Kaminöfen und Feuerstellen in Wohnungen und Einfamilienhäusern wurden in den letzten Jahren wieder en vogue - und da soll die Trifffix-Axt zuschlagen. "Damit schaffen es auch Leute mit zwei linken Händen, Holz zu spalten." Eine Vorstellung, die auch die Koordinatoren des Österreich Pavillons bei der Expo in Shanghai begeisterte, die den Lavanttaler Geschäftsmann als einzigen Kärntner dazu einluden, eines seiner Produkte vor Ort auszustellen. Eine Million Besucher, hauptsächlich Chinesen, zählte man bis jetzt im Pavillon. Ein Umstand, der natürlich eine Frage aufwirft: Gibt es die Axt bald auch in China zu kaufen? "Sicher nicht zum Holzschlägern", so Müller, der sich vergangene Woche im Rahmen einer Wirtschaftsmission der Kärntner Wirtschaftskammer selbst vor Ort ein Bild über den Markt machte. "In China gibt es ja keinen Wald in Privatbesitz. Als Souvenir ist die Axt aber durchaus vorstellbar - schließlich hängen in österreichischen Haushalten ja auch genug Samurai-Schwerter."

335 Jahre in Familienbesitz

Dass Müller in internationalen Dimensionen denkt, rührt allerdings nicht erst von der Expo her. "Wenn man mit einem 50-Mitarbeiter-Betrieb überleben will, muss man sich Märkte außerhalb Kärntens suchen. Wer nur in Kärnten verkaufen will, schafft das vielleicht mit Joghurt." Doch auch sonst fällt der Gewerbebetrieb mit fünf Millionen Euro Jahresumsatz ein wenig aus der Reihe. Die Firma ist seit 335 Jahren in Familienbesitz, aktuell sind Müller und zwei seiner Cousins Geschäftsführer. Mit einem Nachhaltigkeitsbericht und einem Innovationsassistenten setzt man Akzente, die sonst großen Konzernen vorbehalten sind. Immerhin: Das Engagement trägt Früchte. 2005 siegte man beim Innovationswettbewerb des Landes Kärnten. Das siegreiche Projekt: "Die rückschlagsfreie Axt."

Bleibt nur noch eine Frage: Warum hat das Unternehmen aus Frantschach den Zusatz "Himmelberg" im Namen? "Dort war bis vor 100 Jahren unser Firmensitz. Aber weil unsere Produkte ja auch 100 Jahre halten, gab es bisher keinen Anlass, das zu ändern."

THOMAS CIK

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