Nespresso schäumt und zieht vor Gericht
Nestle-Tochter klagt gegen erfolgreiche Billig-Kapsel-Produzenten, deren Produkte auch in den Nespresso-Maschinen verwendet werden können.

Foto © Sven Bähren - Fotolia
Mit mehr als 1500 Patenten und Markenrechten hat sich Nespresso das hauseigene, höchst lukrative Kaffeekapsel-System sichern lassen. Mit mehr als fünf Milliarden verkauften Kapseln pro Jahr nimmt die Nestle-Tochter in diesem lukrativen Kaffee-Wachstumsmarkt eine zentrale Rolle ein. Zwar gibt es auch andere - durchaus erfolgreiche - Hersteller, die ebenfalls auf Kapselsysteme setzen. Seit einigen Monaten tummeln sich in Frankreich jedoch zwei Produzenten, die Kapseln anbieten, die auch in Nespresso-Maschinen verwendet werden können.
Mit Nachbau höchst erfolgreich
Der US-Konzern Sara Lee, der seit April Kapseln der Marke L'Or anbietet, wurde bereits wegen Patentrechtsverletzungen geklagt, nun folgte auch die Schweizer Firma Ethical Coffee Company. Sie vertreibt seit Ende Mai ihre Nespresso-kompatiblen Kapseln in den Regalen der französischen Kaufhauskette Casino und avancierte dort zum erfolgreichsten Produkt. Das liegt zum einen daran, dass eine Kapsel um rund 20 Prozent günstiger als bei Nespresso ist. Andererseits operiert die Ethical Coffee Company nach eigenen Angaben mit Kapseln aus biologisch abbaubaren Pflanzenfasern.
Pikant: Hinter der nunmehr von Nespresso verklagten Firma steckt Jean-Paul Gaillard, der bis 1998 selbst Chef von Nespresso war und so die Kapsel-Entwicklung mitgeprägt hat. Und er steht auf dem Standpunkt, keinerlei Patentverletzung begangen zu haben.















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