Steirer fliegen auf Luftgeschäfte
Starke Nischenplayer und große Ziele - die steirische Flugzeugindustrie landet bei der Berliner Luftfahrtmesse im Rampenlicht.

Foto © APAIm größten Verkehrsflugzeug der Welt steckt auch steirisches Know-how
Der 8. Juni war ein historischer Tag in der zivilen Luftfahrtgeschichte. Die arabische Airline Emirates orderte bei Airbus 32 Flugzeuge des Typs A380. Listenpreis: 9,6 Milliarden Euro. Fixiert wurde dieser größte Deal aller Zeiten zum Auftakt der ältesten Luft- und Raumfahrtmesse der Welt, der ILA in Berlin.
Ein spektakulärer Auftrag zu einer spektakulären Messe. Nicht nur beim Mega-Konzern Airbus löste der Auftrag Jubel aus. Die Freude strahlt bis ins obersteirische Fohnsdorf. Der dort ansässige Kunststoffspezialist HTP Aircraft sorgt beim A380, dem derzeit größten Verkehrsflugzeug der Welt, für Durchblick. "Wir haben die Fenster für den A380 mitentwickelt und fertigen sie auch", so Konstrukteur Ewald Dörflinger. Bisher wurden von Airlines genau 233 Flieger dieses Typs bestellt. In jedem A380 sind zwischen 160 und 220 Fenster eingebaut - jedes einzelne made in Fohnsdorf. Auch in den Gepäckfächern im Super-Flugzeug steckt steirisches Know-how. Entwickelt wurden die Spezialverschlüsse vom Ingenieurbüro Steiner in Spielberg, gebaut werden sie ebenfalls von HTP.
Rund 1000 Arbeitsplätze
Auf 250.000 Quadratmetern - das entspricht der gesamten Verkaufsfläche der fünf größten Grazer Einkaufszentren - präsentieren sich auf der ILA 1150 Aussteller aus 48 Ländern. Mittendrin sind auch steirische Firmen.
Die Steiermark und Luftfahrtindustrie, wie passt das zusammen? Sehr gut sogar. 50 Betriebe sind in diesem Geschäftsfeld tätig und setzen damit mehr als 250 Millionen Euro im Jahr um. Rund 1000 steirische Arbeitsplätze sind dort beheimatet. "Hochwertige Arbeitsplätze", betont Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann bei einer Delegationsreise in Berlin. "In der Nische beweisen viele Firmen bereits jetzt, dass sie sich international durchsetzen können", so Buchmann.
Das Kühlsystem der Niederdruckturbine im A380 fertigt die in Graz angesiedelte Division "Space Technology" von Magna Steyr. "Seit 1998 bauen wir auch die Treibstoffleistungen für die Ariane-5-Raketen", so Magna-Manager Karl Langensteiner.
In der Steiermark werden die Kräfte der Luftfahrtindustrie jetzt gebündelt. Luftfahrtfirmen sollen verstärkt in den Autocluster (AC) eingebunden werden. "Dieser soll sich mittelfristig zum Mobilitätscluster entwickeln", so AC-Geschäftsführer Karl Pansy. Der erste gemeinsame Auftritt auf der ILA habe jedenfalls gezeigt, dass im schwierigen Luftfahrtbusiness durchaus Platz für steirische Innovationen ist, so Karl-Heinz Dernoscheg vom Internatonalisierungscenter (ICS).
Neben HTP, IB Steiner und Magna waren in Berlin auch der Spezialanlagen- und Teilefertiger Antemo, der Flugsimulatorenspezialist Axis, die Obersteirische Feinguss GmbH sowie qPunkt und Scotty aus Graz vertreten.















