Kelag kauft Strom vom Reißeck ll
Der Kärntner Energieversorger kauft von der Verbund-AHP ein Strombezugsrecht am Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II im Ausmaß von 45 Prozent. Das gab die Kelag am Dienstag in einer Aussendung bekannt.

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Mit 43 Meter Höhe, 58 Meter Länge und 25 Meter Breite mutet es an wie eine Kirche. Aber sie ist unter der Erde: Das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II in Oberkärnten wird als sogenannte Kaverne im Bergmassiv errichtet. Diesen Sommer ist Baubeginn. Die Verbund-Tochter Austrian Hydro Power (AHP) investiert dafür 410 Millionen Euro.
In diese Kraftstation, die eine Erweiterung der bereits bestehenden Kraftwerke Malta und Reißeck/Kreuzeck darstellt, hat sich die Kelag nun eingekauft: Sie erwirbt neben der AHP (45 Prozent) und der Energie AG Oberösterreich (zehn Prozent) 45 Prozent der Strombezugsrechte. Bis zur Fertigstellung im Herbst 2014 zahlt sie dafür 190 Millionen Euro. Damit ist der Deal die größte Einzelinvestition der Kelag-Unternehmensgeschichte und auch der größte Brocken im Zehn-Jahre-Investitionsplan, dotiert mit einer Milliarde Euro. (Die bisher größte Investition war das Kraftwerk Koralpe mit 1,4 Milliarden Schilling, also 100 Millionen Euro.) Reißeck II ist mit einer Leistung von 430 Megawatt geplant. Das Kraftwerk macht es möglich, Überschussenergie sauber zwischenzuspeichern und bildet damit eine ökologische Ergänzung zur Windenergie, die ja nicht planbar ist. Durch die Verbindung der hydraulischen Systeme können die Ressourcen besser genutzt werden.
Pro Jahr wird das Kraftwerk 1000 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Die Kelag kann damit ihre Jahresstromerzeugung um 16 Prozent bzw. 400 Millionen auf 3000 Millionen Kilowattstunden erhöhen.
Mehr Eigenerzeugung
Dieses Plus entspricht dem Bedarf von 100.000 Haushalten. Und es erhöht den Eigenerzeugungsanteil jenes Stroms, den die Kelag an Kunden liefert, auf drei Viertel.
Für Kelag-Vorstand Hermann Egger ist das Geschäft ein doppelt gutes: "Erstens, weil wir den Fokus auf erneuerbare Energie legen. Und zweitens, weil wir damit mehr Planungssicherheit haben und weniger abhängig sind vom internationalen Strommarkt."
Auf Neukundenfang ist man sowieso: Seit der Liberalisierung des Strommarktes hat die Kelag ihren Industriekundenstock außerhalb Kärntens sogar vergrößert.














