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Zuletzt aktualisiert: 01.06.2010 um 16:21 UhrKommentare

Lichtblick: Arbeitslosenzahlen stabilisieren sich

Die Mai-Arbeitslosigkeit ist durch mehr Schulungen um 5,3 Prozent gesunken, die tatsächliche Arbeitslosigkeit gegenüber April um mehr als 25.000 Jobsuchende. Einen deutlichen Negativ-Trend gibt es in Wien.

Es gibt wieder mehr offene Stellen. Symbolbild

Foto © KanizajEs gibt wieder mehr offene Stellen. Symbolbild

Im Mai waren in Österreich zwar mehr Menschen ohne Arbeit als im Mai 2009, die Zunahme hat sich aber deutlich verlangsamt. Als arbeitslos registriert waren 227.089 Menschen - das waren um 22.590 weniger als im April, aber auch um 12.688 (5,3 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Ohne bezahlte Arbeit sind aber auch 78.178 Schulungsteilnehmer (+13.981), womit sich die tatsächliche Arbeitslosigkeit im Jahresabstand um 0,4 Prozent erhöht hat. Diese Zahlen hat das Arbeitsministerium am Dienstag veröffentlicht.

Vorsichtiger Optimismus

Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) ist angesichts der Entwicklung vorsichtig optimistisch, von einer Trendwende will er allerdings noch nicht sprechen. Das werde man erst im September/Oktober beantworten können. Die Zahlen seien jedoch "erfreulich", sagte Hundstorfer vor dem Ministerrat. Die Arbeitslosenquote ist nach nationaler Berechnung von 6,9 Prozent im April auf nun 6,3 Prozent gesunken. Nach Eurostat-Berechnungsmethode lag die Arbeitslosigkeit in Österreich im April bei 4,9 Prozent und war damit am zweitniedrigsten in der EU nach den Niederlanden mit 4,1 Prozent. Die Arbeitslosigkeit in der EU hat im April im Durchschnitt 9,7 Prozent betragen, in der Eurozone lag sie laut jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag bei 10,1 Prozent.

Nach Bundesländern aufgeschlüsselt hat sich die Arbeitslosigkeit sehr unterschiedlich entwickelt. In sechs Bundesländern - Burgenland, Steiermark, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg - war die Arbeitslosigkeit im Mai auch inklusive Schulungen rückläufig. Der Wiener Arbeitsmarkt hat sich am schlechtesten entwickelt, nur in Wien stieg die Arbeitslosigkeit auch ohne Schulungen um 2,2 Prozent - dazu kommt, dass in Wien auch die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 16,7 Prozent gestiegen ist. Optisch stark verbessert wird die Arbeitslosenstatistik durch die Schulungen vor allem auch in Kärnten (46 Prozent mehr Schulungen als vor einem Jahr), Tirol (37,3 Prozent mehr Schulungen), Niederösterreich (+28,7 Prozent), Oberösterreich (+22,9 Prozent) und der Steiermark (+22,6 Prozent).

Die Jugendarbeitslosigkeit ging in Österreich um 10,7 Prozent zurück. Die Anzahl der Lehrstellensuchenden ist um 2,5 Prozent auf 4.276 gesunken. Ihnen standen 2.911 offene Lehrstellen gegenüber, das ergibt 1.365 fehlende Lehrstellen (-48). Für Menschen über 50 ist es hingegen noch schwerer geworden, eine Arbeit zu bekommen - in dieser Altersgruppe nahm die Arbeitslosigkeit um 1,7 Prozent zu. Männer haben von der Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt stärker profitiert als Frauen, Inländer stärker als Ausländer. Bei Männern fiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit mit 8,8 Prozent deutlich stärker aus als bei Frauen (-0,7 Prozent). Bei Inländern sank die Arbeitslosigkeit um 5,6 Prozent, bei Ausländern um 4,1 Prozent. Insgesamt hatten von den 227.089 registrierten Arbeitslosen 42.783 keinen österreichischen Pass, das sind knapp 19 Prozent.

Nach Branchen betrachtet hat sich die Arbeitslosigkeit sehr unterschiedlich entwickelt. Während sie in der Industrie im Mai mit 25.786 Arbeitslosen um knapp ein Viertel geringer war als vor einem Jahr, ist sie im Gesundheits- und Sozialwesen um mehr als ein Zehntel auf 13.319 Arbeitslose gestiegen. Dennoch geht die Beschäftigung in der Industrie weiter zurück, während sie im Gesundheitsbereich deutlich steigt. Erklärbar sei das dadurch, dass boomende Branchen verstärkt Arbeitskräfte anziehen und aus schrumpfenden Branchen (Industrie) Arbeitskräfte abwandern, heißt es aus dem Arbeitsministerium. Gesunken ist die offizielle Arbeitslosigkeit auch in der Leiharbeitsbranche (-16,8 Prozent), am Bau (-4,5 Prozent) und im Handel (-1,8 Prozent).

33.115 offene Stellen

Insgesamt hat sich die Zahl der offenen Stellen um 19 Prozent auf 33.115 erhöht. "So viele offene Stellen hat es seit Beginn der Wirtschaftskrise im Oktober 2008 nicht mehr gegeben", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am Dienstag laut Aussendung. Die Stabilisierung der Beschäftigungslage ist auch an der Kurzarbeit ablesbar: Die Zahl der Kurzarbeiter ist gegenüber dem Vorjahr um 44.323 auf 12.303 gesunken und gegenüber Anfang Mai rückläufig. Auch AK-Präsident Herbert Tumpel und der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Rudolf Kaske, finden die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erfreulich. "Das zeigt, dass die konjunkturbelebenden Programme und die Maßnahmen des Sozialministers wichtig und richtig waren", sagte Tumpel in einer Mitteilung.

Anders interpretieren die Vertreter der Opposition die heute präsentierten Zahlen, FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wirft Hundstorfer "massive Realitätsverweigerung" vor. Einsparungen bei den Bildungsmaßnahmen für Arbeitsuchende lehnen wie Kickel auch die Arbeitnehmer-Sprecherin der Grünen, Birgit Schatz, aber auch BZÖ-Wirtschaftssprecher Robert Lugar ab.


Kärnten

Arbeitslosenzahlen gehen zurück. Mit 16.409 Arbeitslosen sind es heuer um 7,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

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