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Bei Schiffsfonds rollt die Klagswelle "Flöttl hat nicht spekuliert, sondern gestohlen" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Wirtschaft Nächster Artikel Bei Schiffsfonds rollt die Klagswelle "Flöttl hat nicht spekuliert, sondern gestohlen"
Zuletzt aktualisiert: 27.05.2010 um 05:10 UhrKommentare

Wie Ex-Banker Millionen versenkte

Schaden durch den Ex-Chef der Raika Sankt Stefan im Lavanttal soll sogar 5,9 Millionen Euro betragen. Geld floss in Fußballklub, aufwendigen Lebensstil und riskante Spekulationsgeschäfte.

Foto © APA

Fünf Millionen Euro Kundengelder verschwunden - so dachte man bisher im Fall des ehemaligen Direktors der Raiffeisenbank St. Stefan im Lavanttal, der seit Tagen im Gefangenenhaus Klagenfurt in Untersuchungshaft sitzt. Inzwischen aber wird bei Raiffeisen der Schaden aus mutmaßlichen Malversationen noch höher beziffert: mit 5,9 Millionen Euro.

Entsprechend umfangreich ist auch die Hilfe, mit welcher der Solidaritätsfonds der 47 selbständigen Kärntner Raiffeisenbanken der Raika St. Stefan unter die Arme greifen muss: sechs Millionen Euro. "Der Solidaritätsfonds hat in den letzten Tagen alle erforderlichen Beschlüsse gefasst, um die Kunden für die Malversationen schadlos zu halten und um die Bank mit ausreichend Eigenkapital auszustatten", sagte gestern Raiffeisen Landesbank-Vorstand Georg Messner bei der Bilanzpressekonferenz in Klagenfurt zum "schwierigen Fall St. Stefan".

Klarheit über Geldflüsse

Der Verdächtige, für den die Unschuldsvermutung gilt, hat bekanntlich von sich aus die Raiffeisen-Kontrollore informiert und das Verschwinden von Kunden-Bargeld, für das er nie ein Konto anlegte, eingestanden. Aus den vom Ex-Banker ausgehändigten Unterlagen gewinnt die Staatsanwaltschaft langsam Klarheit, wie und wohin das Geld versenkt wurde. Einen beträchtlichen Teil der fehlenden Summe hat der Mann dabei den betroffenen Kunden als Zinsen für ihr gut veranlagt geglaubtes Geld bezahlt. Ein weiterer Teil floss in den örtlichen Fußballklub, bei dem außerdem auch noch ein Darlehen aushaftet. Einen Teil soll der ehemalige Raika-Direktor bei riskanten Spekulationen an Terminbörsen buchstäblich verzockt haben. Einen letzten Teil des verschwundenen Geldes vermutet man im Bereich des persönlichen Verbrauchs für den aufwendigen Lebensstil.

Die Rechtsvertreterin des Beschuldigten, die Klagenfurter Anwältin Margot Tonitz, konnte wegen eines Auslandsaufenthaltes gestern dazu nicht befragt werden. Sie hatte bereits öffentlich erzählt, der in U-Haft befindliche Ex-Bankdirektor sei bei Geldgeschäften selbst Opfer von gerissenen Betrügern geworden.

ADOLF WINKLER

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