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Zuletzt aktualisiert: 26.05.2010 um 15:50 UhrKommentare

Arbeitsmarkt: Keine Entspannung bis 2011

Die Industrieländer erholen sich überraschend schnell von der Rezession. Für Österreich wird heuer ein Wachstum von 1,4 Prozent erwartet. Dennoch werde sich der Arbeitsmarkt bis 2011 nicht wesentlich entspannen, so die Prognose.

Foto © APA

Die Wirtschaft in den Industrieländern erholt sich nach Einschätzung der OECD überraschend schnell von der schweren Rezession. Zugleich steigen aber wegen der Schuldenkrise in Europa und der Überhitzung in einigen Schwellenländern die Risiken für die Konjunktur, wie die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch mitteilte. Die größte Herausforderung für die Industrieländer sei es, die Schuldenberge abzubauen und die Instabilität der Finanzmärkte einzudämmen. In die Rolle der Wachstumstreiber in der Erholung dürften neben Asien vor allem die USA schlüpfen. Trotz vergleichsweise starken Wachstums Deutschlands hinkt die Euro-Zone deutlich hinterher.

Österreichs Wirtschaft gewinnt an Fahrt

Die Erholung in Österreich sollte schneller als bisher erwartet erfolgen. Die BIP-Prognose für heuer wurde von 0,9 auf 1,4 Prozent nach oben revidiert, für 2011 um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent. Dennoch werde sich der Arbeitsmarkt bis 2011 nicht wesentlich entspannen. Zur Haushaltskonsolidierung empfiehlt die OECD eine umfassende Steuer- und Verwaltungsreform sowie Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen. Außerdem sollten die weiteren Maßnahmen derart konzipiert sein, dass sie das Potenzialwachstum erhöhen und die öffentlichen Ausgaben mit Hilfe von Effizienzsteigerungen verringern. Da konkrete Maßnahmen erst noch festgelegt werden müssen, rechnet die OECD mit einem Budgetdefizit von 4,6 Prozent 2011 und einem Staatsverschuldung von 73 Prozent des BIP.

Dennoch gibt sich die OECD in ihrem halbjährigen Wirtschaftsausblick deutlich optimistischer als noch im November. Für 2010 und 2011 sagen die Forscher der globalen Konjunktur ein Anziehen um 4,6 und 4,5 Prozent voraus und erhöhten ihre bisherigen Prognosen jeweils um rund einen Prozentpunkt. "Der Welthandel kommt wieder in Schwung", erklärte die Organisation, deren 31 Mitglieder vor allem Industriestaaten sind. Starkes Wachstum in Schwellenländern wie China helfe, andere Länder aus der Rezession zu ziehen. "Gleichzeitig nimmt aber das Risiko einer Überhitzung und von Inflation in den Schwellenländern zu." Ein Boom mit anschließendem Wachstumseinbruch sei nicht ausgeschlossen, erklärten die Experten und forderten höhere Zinsen in China und Indien.

BIP-Wachstum

Wirtschaftsraum200920102011
USA-2,43,23,2
Japan-5,23,02,0
Euro-Zone-4,11,21,8
Deutschland-4,91,92,1
Österreich-3,41,42,3
OECD-3,32,72,8

Gefahr für die Erholung birgt nach Ansicht der OECD auch die hohe Staatsverschuldung. Viele OECD-Länder müssten nun ihre Haushalte nachhaltig konsolidieren, ohne dabei den "noch immer brüchigen Aufschwung" abzuwürgen. "Dies ist ein entscheidender Moment für die Weltwirtschaft", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Um die ausufernde Staatsverschuldung wieder in den Griff zu bekommen, sei eine internationale Zusammenarbeit nötig. Zahlreiche Euro-Staaten wollen mit drastischen Sparpaketen gegensteuern, was Erholung und Exporte dämpfen könnte.

Der jüngste Rückgang des Euro komme den Exporten zugute, meinte OECD-Chefökonom Pier Carlo Padoan. Auch deshalb werde der Währungsraum nicht in die Rezession zurückfallen. Allerdings hinkt die Euro-Zone anderen Regionen hinterher. Laut OECD kommt sie mit einem Wachstum von 1,2 Prozent 2010 und 1,8 Prozent 2011 nur schleppend aus der Krise.

Wachstumstreiber Deutschland.

In den USA hingegen dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem und im nächsten Jahr jeweils um 3,2 Prozent zulegen, Japans Wirtschaft wachse 2010 um drei und 2011 um zwei Prozent. Als einen der Wachstumstreiber sieht die OECD Deutschland. Die Wirtschaftsleistung werde in diesem Jahr - um die Zahl unterschiedlicher Arbeitstage bereinigt - mit 2,0 Prozent fast doppelt so stark zulegen wie im November vorhergesagt und 2011 um 2,1 Prozent steigen.


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