Supermärkte: Weniger Geschäfte, mehr Umsatz
Seit dem Jahr 2000 sperrten in Österreich exakt 1100 Lebensmittelgeschäfte zu. Der Umsatz stieg aber um 4,5 Milliarden Euro.

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Trotz der wirtschaftlich angespannten Situation und steigender Arbeitslosigkeit konnte der österreichische Lebensmittelhandel auch im Vorjahr zulegen. Zu diesem Ergebnis kommt die traditionelle Markterhebung von Nielsen Österreich. Demnach betrug das reale Wachstum 1,5 bis 1,8 Prozent. Der Trend geht dabei weiterhin zu großflächigen Supermärkten - 2009 wurden 119 Standorte geschlossen, die gesamte Verkaufsfläche wuchs dennoch um 0,3 Prozent. Im Jahr 2000 gab es österreichweit noch 6933 Geschäfte, im Vorjahr waren es exakt 5833. Ein Minus von 1100 Standorten. Der Umsatz des Lebensmittelhandels stieg in diesem Zeitraum dennoch von 12,6 auf 17 Milliarden Euro. Ein Plus von 4,4 Milliarden Euro.
Zwei Drittel der Umsätze werden in Märkten mit einer Fläche zwischen 400 und 1000 Quadratmetern erzielt. Bei den derzeit 2420 selbstständigen Kaufleuten setze sich die Bereinigung weiter fort. "Vor allem die Kleinstflächen sind gefährdet", so die Nielsen-Marktforscher.
Hofer verliert leicht
Ein Blick auf die Lebensmittelketten ergibt folgendes Bild: Während Spar, Rewe (Billa, Merkur, Penny), Markant und Lidl weiter zulegen konnten, zählen Adeg (mehrheitlich von Rewe übernommen) und Zielpunkt sowohl Umsatz- als auch standortmäßig zu den Verlierern. Die Überraschung: Auch der Diskonter Hofer musste beim Umsatz und damit bei den Marktanteilen erstmals ein kleines Minus hinnehmen, von 19,9 auf 19,8 Milliarden Euro. Wenngleich man einschränken muss, dass die Nielsen-Daten von Hofer und Lidl jeweils auf Schätzungen basieren, weil sich die beiden Diskonter bezüglich Geschäftszahlen von jeher verschwiegen geben.
Drogeriemarkt wächst
Umsatzmäßig rangiert Rewe weiterhin vor Spar. Die beiden Riesen betreiben - mit jeweils 24,5 Prozent - zusammengerechnet genau die Hälfte der österreichischen Supermärkte. Rewe konnte gegenüber 2008 den Umsatz um 4,8 Prozent steigern, Spar erzielte einen Umsatzsprung von 2,5 Prozent. Spar beschäftigte 2009 in Österreich rund 34.500, Rewe (inklusive Bipa) insgesamt rund 37.000 Mitarbeiter.
Ein stärkeres Wachstum als der Lebensmittelhandel wies 2009, mit plus 3,4 Prozent, der Drogeriehandel aus. Die insgesamt 1963 Drogeriemärkte setzten demnach 1,621 Milliarden Euro um. Marktführer bleibt mit 568 Standorten Bipa, dahinter rangiert dm mit 358 Geschäften.














