Auer-Welsbach bleibt weiterhin in U-Haft
Haftgrund Fluchtgefahr: Gutachter Fritz Kleiner wirft dem AvW-Chef Hinterziehung von 56 Millionen Euro Steuern vor.

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Vier Stunden lang verhandelten am Wahlsonntag in Klagenfurt der zuständige Journalrichter, und Rechtsanwalt Franz Großmann, doch dessen Mandant Wolfgang Auer-Welsbach bleibt in U-Haft. Am Freitag war der Chef der skandalgebeutelten AvW-Invest von Kripobeamten festgenommen worden und wegen Haftunfähigkeit vorerst im Landeskrankenhaus Klagenfurt gelandet. Am Samstag wurde der 54-Jährige auf die Krankenstation der Justizanstalt Klagenfurt überstellt.
Dort muss er wohl noch längere Zeit bleiben, wie sein Anwalt Großmann gestern durchblicken ließ: "Es wurde weder ein Enthaftungsantrag gestellt noch über die Höhe einer Kaution geredet." Zu schwerwiegend ist offenbar der Vorwurf, dessentwegen Auer-Welsbach wegen Fluchtgefahr in Gewahrsam genommen wurde: Auer-Welsbach soll mit seinem Firmennetz 56 Millionen Euro Körperschaftssteuer hinterzogen haben. Diesen massiven Vorwurf erhebt laut Großmann der Grazer Wirtschaftsprüfer Fritz Kleiner.
Kleiner ist Gerichtsgutachter im Skandal um die abgestürzten AvW-Genussscheine mit Hunderten Anlegern als Geschädigte. Standen schon bisher gewerbsmäßiger Betrug und Untreue als Verdacht gegen Auer-Welsbach im Raum, so gewinnt der Fall mit dem nun vermuteten Steuer-Großbetrug noch einmal neue Dimensionen.
Für Großmann ist Kleiners Vorwurf allerdings "nur eine Privatmeinung außerhalb seines Gutachtens". Die AvW-Gruppe sei "von der Finanz schon umgedreht" worden. Er will den Steuerbetrugsvorwurf mit einem Gegengutachten entkräften. "Ich gebe zu Auer-Welsbach keine Privatmeinungen ab, sondern habe auf die Fragen der Staatsanwälte Auskunft gegeben", stellte Kleiner gestern Abend entschieden klar. Zu dem von Großmann berichteten Steuerbetrugsverdacht gegen Auer-Welsbach sagte er nichts, da für ihn Verschwiegenheit gilt.
Gegen Kleiner läuft am Landesgericht Wien ein Verfahren, weil ihm Auer-Welsbach Bruch der Amtsverschwiegenheit als Gutachter zu einem anderen Vorhalt angezeigt hatte. Während diese Verhandlung verlegt wurde, gehen die Einvernahmen im AvW-Skandal Montag bei der Justiz in Klagenfurt weiter.
Der AvW-Akt könnte rund um dem gefeuerten AvW-Vorstand Arnulf Komposch noch dicker werden. Großmann kündigte Sonntag "eine Sachverhaltsdarstellung gegen Komposch" an.
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Der Grazer Finanzexperte Fritz Kleiner (rechts) hat die AvW im Visier Foto © Eggenberger














