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Zuletzt aktualisiert: 22.04.2010 um 20:05 UhrKommentare

Europa rutscht immer tiefer in die Schulden

Neben den Griechen sind die Iren die ärgsten Schuldenmacher in der EU. Österreich liegt bei Neuverschuldung auf Rang sieben.

Foto © Fotolia -Mapoli

Ganz Europa blickt gebannt nach Athen: Wann wird die Regierung von Ministerpräsident Giorgios Papandreou endlich das von Euroländern und Internationalem Währungsfonds (IWF) geschnürte Rettungspaket in der Höhe von 45 Milliarden Euro in Anspruch nehmen?

Die Zeit wird knapp. Während Streiks das Land lahmlegen, klettert der Zinssatz, den Griechenland für Staatsanleihen zahlen muss, auf neue Rekordhöhen. Mehr als acht Prozent betrug er am Mittwoch für zehnjährige Festanlagen - das ist so viel wie noch nie seit Einführung des Euro. Und die Risikoaufschläge werden weiter steigen. Denn das Loch im Staatshaushalt der Hellenen ist dramatisch höher als angenommen: So belief sich das Haushaltsdefizit im Vorjahr auf 13,6 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das teilte das Europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg nun mit.

Bislang war ein Minus von 12,7 Prozent gemeldet worden. Gigantische 273 Milliarden Euro beträgt der Schuldenberg. Das schürt die Unsicherheit auf den Märkten und dürfte die Gespräche des IWF, der Europäischen Zentralbank und der EU mit Athen beschleunigen. Denn selbst Optimisten halten es mittlerweile für immer unwahrscheinlicher, dass das Mittelmeerland eine Refinanzierung aus eigener Kraft schafft.

Aber nicht nur in Griechenland, sondern in der gesamten Europäischen Union ist die Lage zunehmend prekär. So wuchs das öffentliche Defizit laut Eurostat dramatisch und stieg für die Eurozone von zwei Prozent auf 6,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Insgesamt kletterte es in der EU von 2,3 auf 6,8 Prozent. Spitzenreiter ist Irland mit 14,3 Prozent. Die niedrigste Neuverschuldung weist Schweden mit 0,5 Prozent auf. Österreich rangiert mit einem Defizit von 3,4 Prozent auf dem durchaus honorablen siebenten Platz.

Bedrohlich auch der Anstieg bei den Staatsschulden. Sie explodierten in der Eurozone von 69,4 Prozent auf 78,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Österreich hatte 2009 eine Verschuldungsquote von 66,5 Prozent. Größter Schuldensünder war Italien mit 115 Prozent.

STEFAN WINKLER, BRÜSSEL

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