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Zuletzt aktualisiert: 02.04.2010 um 17:28 UhrKommentare

Problemkredite in Höhe von 7,3 Milliarden Euro

Bei den meisten heimischen Banken lagen die ausfallsgefährdeten Darlehen am gesamten Kreditvolumen im Vorjahr bei 3 bis 5 Prozent. Bei der Hypo waren es 17 Prozent. Nur Banken in der Ukraine und Kasachstan gehe es noch schlechter, so ein Zeitungsbericht.

Der Hypo Group Alpe Adria drohen weitere Verluste

Foto © WeichselbraunDer Hypo Group Alpe Adria drohen weitere Verluste

Bedrohlich steht es um das Kreditportfolio der seit gut drei Monaten verstaatlichten Kärntner Hypo Alpe Adria. Die Summe der Problemkredite (Non-Performing Loans) habe sich binnen eines Jahres auf den Rekordwert von 7,3 Milliarden Euro verdoppelt, schreibt die "Presse" (Samstag). Unter dem Strich verfügt die Kärntner Hypo über ein Kreditvolumen von 42,7 Milliarden Euro. Die Kundenkredite wurden mit 30 Milliarden Euro ausgewiesen.

Für Ausleihungen in der Höhe von 2,7 Milliarden Euro gibt es kein Rating, zitiert die Zeitung aus dem seit heute Nacht im Internet verfügbaren Geschäftsbericht. Die restlichen 40 Milliarden Euro teilt das Institut in fünf Bonitätsklassen ein, auf die schlechteste Klasse entfielen "Non-Performing Loans" mit 7,3 Milliarden Euro. In der zweitschlechtesten Kategorie (mangelnde Bonität) befänden sich noch einmal Darlehen in der Höhe von 7,37 Milliarden Euro. Diese seien zur Beobachtung auf die "Watchlist" gesetzt worden.

Trotzdem habe die Kärntner Bank im Vorjahr nur Risikovorsorgen in der Höhe von 2,57 Milliarden Euro gebildet. Begründet werde dies damit, dass den Problemkrediten Sicherheiten in der Höhe von 4,1 Milliarden Euro gegenüber stünden - etwa Immobilien. Die Bank verweise auch darauf, dass die Zahlungsmoral bei Kunden in Italien und Südosteuropa schlechter sei als in Westeuropa. Kunden würden ihre Kreditraten oft deutlich nach 90 Tagen zahlen.

Auf Druck der Aufsicht musste die Bank 2009 das Risikomanagement verbessern. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft Klagenfurt haben die früheren Hypo-Verantwortlichen Darlehen an Personen im In- und Ausland gewährt, "von denen sie wussten, dass diese die ausbezahlten Kredite nicht zurückzahlen werden".

Wie es im Bericht weiter heißt, wurden rund um die vorjährige Debatte um eine mögliche Pleite der Kärntner Hypo in Österreich im Vorjahr 800 Mio. Euro an Einlagen abgezogen. Eine Banksprecherin äußerte sich nicht zum aktuellen Einlagenvolumen.

Die gesamten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Einlagen) im Konzern sind 2009 laut den am Mittwoch bekanntgegebenen Daten von 8,7 auf 7,6 Milliarden Euro zurück gegangen.


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