Wintertourismus in Kärnten dreht ins Minus
Rückschlag für die erfolgsverwöhnte Branche: rund fünf Prozent weniger Nächtigungen in dieser Winter-Saison. Und das Umsatzminus der Betriebe liegt zum Teil noch höher.

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Mit vollem Schwung der Sonne entgegen: Gemäß dem Werbeslogan entwickelte sich bisher auch der Kärntner Wintertourismus. Die Branche wurde jahrelang mit Nächtigungssteigerungen verwöhnt. Seit der Saison 1997/98 stand ein Plus am Ende der Statistik - mit kleinen Ausnahmen 2002 und 2008. Jetzt ist Schluss damit. Die bisherige Wintersaison liegt laut Kärnten Werbung um fünf Prozent hinter dem Vorjahresergebnis. Allein der Jänner schlägt mit 5,3 Prozent weniger Nächtigungen zu Buche, konkret waren es 847.409. Im Februar wurden 2,6 Prozent weniger Nächtigungen gezählt. Die Aufenthaltsdauer des Kärntner Wintergastes ist nun auf 4,4 Tage gesunken. Vor Zehn Jahren war sie einen ganzen Tag länger.
Verlorene Tage
Zwar konnte man schon absehen, dass die Wirtschaftskrise verspätet nun auch in dieser Sparte ankommt. Und auch die verlorenen Tage im Frühwinter waren noch selten wieder einzuholen - auch diesmal nicht. "Doch das Ergebnis bleibt wohl unter den Prognosen", muss Tourismus-Landesrat Josef Martinz (VP) eingestehen. "Es stagniert auf hohem Niveau", interpretiert Barbara Tschöscher von der Kärnten Werbung.
Ostmärkte schwächeln
Ein Kärntner Phänomen? Ein Auftrag, neue Winter-Pläne zu schmieden? Tourismusberater Manfred Kohl beschwichtigt: "Mit dem Winter-Minus hat derzeit der komplette Alpenraum zu kämpfen. Es ist schmerzlich, aber keine Katastrophe." Dumm wäre es laut Kohl jetzt, beim Marketing in den Ost-Märkten zu sparen - obwohl die ehemaligen Hoffnungsmärkte extrem schwächeln und es vermutlich auch noch 2012 tun werden.
Tatsächlich blieben vor allem die Gäste aus dem Ausland im Winter fern. Das wiegt schwer, denn der Ausländeranteil beträgt 64 Prozent der Gesamtnächtigungen im Winter. Und allein der Anteil der Gäste aus Deutschland an den Ausländernächtigungen beläuft sich auf 33 Prozent. Die meisten kommen aus Bayern und Ostdeutschland.
Einbußen mussten aber nicht nur die kleinen Regionen hinnehmen, sondern auch arrivierte Schigebiete wie etwa Bad Kleinkirchheim (minus vier Prozent). Viele Betriebe haben aber mit einem Minus gerechnet und es einbudgetiert: Der Umsatzrückgang ist bei etlichen dann sogar höher ausgefallen als das Nächtigungsminus. Viele Gäste haben nämlich bei den Nebenkonsumationen gespart. Etliche Tagesgäste sind ausgeblieben.
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Grafik vergrößernEntwicklung bei Übernachtungen im WinterhalbjahrGrafik © www.touris.kaernten.at














