"Bei mir blinken alle Warnlichter"
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl beantwortete in der Kleinen Zeitung in Klagenfurt Leserfragen: Von der Pensionsreform bis zur Bankensteuer reichten die Anfragen.

Foto © Kleine Zeitung/Werner KoscherChristoph Leitl beantwortete Leserfragen
Herr Leitl, Sie sind doch viel im Ausland unterwegs, ist Kärntens Image wirklich so schlecht?
Arno Lackner, Emmersdorf
Christoph Leitl: Kärnten hat tatsächlich ein Imageproblem. Ich bin aber unermüdlich dabei, das Bild zurechtzurücken. Denn die Kärntner haben es nicht verdient, dadurch Schaden zu erleiden. Ich bin stolz auf meine 26.000 Betriebe und die 115.000 tüchtigen Mitarbeiter in Kärnten.
Kann dieses Image dem Tourismus schaden?
Arno Lackner
Christoph Leitl: Die bayrische Seele wurde von politischer Seite nicht gut behandelt. Aber Kärnten ist ein so schönes Land, die Menschen werden trotzdem kommen.
Weil ich meine Rechnung um einen Monat zu spät bezahlt habe, falle ich um eine KWF-Förderung um. Können Sie etwas tun?
Frau Dörflinger, Kleinkirchheim
Christoph Leitl: Das muss ich mir ansehen, schicken Sie mir die Unterlagen. Es kann ja nicht sein, dass dies ein Grund für den Entfall der Förderung ist. Für die nächste Investition rate ich Ihnen zu einem ERP-Kredit, mit einer Laufzeit von sechs Jahren und 1,5 Prozent Zinsen. Den gibt es nämlich jetzt auch für Kleine, ab einer Investitionssumme von 10.000 Euro.
Sie fordern Zuschläge zur Pension wenn man länger arbeitet und Abschläge, wenn man früher geht. Wo gibt es denn die Unternehmen, die ältere Leute überhaupt noch beschäftigt?
Herr Suntinger, St. Kanzian
Christoph Leitl: Da haben Sie schon Recht. Bei so einer Reform muss es viele begleitende Maßnahmen geben. Das Modell stammt aus Schweden. Dort bekommen Arbeitnehmer, die länger arbeiten, Zuschläge von 12 Prozent pro Jahr zur Pension und sechs Prozent Abschläge, wenn sie vor dem gesetzlichen Pensionsalter gehen.
Ich als Unternehmer fürchte, dass die Bankensteuer wieder auf die Wirtschaft umgewälzt wird. Was denken Sie?
Herr Maier, Köttmannsdorf
Christoph Leitl: Das ist auch meine Befürchtung, bei mir blinken schon alle Warnlichter. Es gibt von den Banken keine Garantie, dass die Kosten nicht umgewälzt werden. Ich würde eine Spekulationssteuer auf riskante Geschäfte einführt. Mit dem Ertrag würde ich die Kreditgebühr abschaffen, damit wieder investiert wird.
Kärnten hat den höchsten Schuldenstand Österreichs und die Politiker spielen sich wie der Nikolaus auf. Welche Zukunft gibt es da für junge Leute, wie mich?
Martin Feldner, Feldkirchen
Christoph Leitl: Ich will mich nicht in die Politik einmischen, aber ich verstehe Ihre Sorgen. Was heute ausgegeben wird, engt den Spielraum der nächsten Generation ein. Je knapper das Geld ist, desto verantwortungsvoller sollte man damit umgehen.
Warum bringt man in Österreich keine Verwaltungsreform zustande.
Franz Huber, Spittal
Christoph Leitl: Wir haben die Kammerorganisation um 30 Prozent verschlankt. Wenn der Staat nur 15 Prozent des Potentials ausschöpfen würde, das in der milliardenschweren Verwaltung steckt, könnte man viele Milliarden einsparen.
Ich muss in die Trennung von Raucher- und Nichtraucherräumen investieren. Kann ich sicher sein, dass das Tabak-Gesetz hält?
Herr Fritzer Hermagor
Christoph Leitl: Für die nächsten vier Jahre solle es Rechtssicherzeit geben. Sie können aber auch ein Nichtraucherlokal werden, wenn Sie die Kosten sparen wollen.














