Telekom Austria steigerte Ergebnis trotz Umsatzminus
Am Ausblick für 2010 hielt das teilstaatliche Unternehmen fest - vorbehaltlich der am Dienstag bekannt gegebenen Fusion von Festnetz- und Mobilfunksparte zur A1 Telekom Austria.

Foto © APADie Telekom Austria schließt das Jahr 2009 mit einem positiven Ergebnis ab
Die Telekom Austria konnte 2009 das Betriebsergebnis deutlich steigern, musste aber einen Umsatzrückgang hinnehmen. Die Zahlen liegen über den Schätzungen der Analysten, bereinigt sieht das Ergebnis aber weniger gut aus. Das börsenotierte teilstaatliche Unternehmen erwirtschaftete im Vorjahr einen Umsatz von 4,802 Mrd. Euro, ein Rückgang von 7,1 Prozent. Der Jahresüberschuss drehte von minus 48,8 auf plus 94,9 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag mit 343,9 Mio. Euro um 185 Prozent über dem Vorjahr - bereinigt gab es ein Minus von 7,6 Prozent.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich im Jahresvergleich auf 1,749 Mrd. Euro. Der Gewinn je Aktie drehte von minus 0,11 auf plus 0,22 Euro. Die Nettoverschuldung reduzierte sich um 9,5 Prozent auf 3,615 Mrd. Euro, teilte die Telekom am Mittwochmorgen ad hoc mit.
"Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes erzielte die Gruppe ein respektables Ergebnis im Jahr 2009. Wir fokussierten auf effektives Kostenmanagement in beiden Segmenten und die Senkung der operativen Aufwendungen. Dadurch dämpften wir die Auswirkungen der niedrigeren Umsätze auf das Ebitda", so Telekom-Austria-Boss Hannes Ametsreiter. Weiters sei es gelungen, die Kundenanzahl im Mobilfunk um 6,4 Prozent auf 18,9 Millionen zu steigern.
Die gesunkenen Umsätze führt die Telekom auf niedrigere Erlöse sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz und auf Wechselkursdifferenzen zurück. Am Ausblick für 2010 hielt der Marktführer fest (Dividende: 0,75 Euro) - "ohne Berücksichtigung der Zusammenlegung der heimischen Geschäftstätigkeiten", hieß es. Die Telekom hatte gestern nach einer Sitzung des Aufsichtsrates die erwartete Fusion von Festnetz- und Mobilfunksparte unter dem Namen A1 Telekom Austria bekanntgegeben. Alter und neuer Chef ist Hannes Ametsreiter.
Im vierten Quartal 2009 verringerte sich der Umsatz um 9,6 Prozent auf 1,182 Mrd. Euro, während das Ergebnis von minus 515,7 auf plus 120 Mio. Euro anstieg. Das Ebitda erhöhte sich von minus 211,6 auf plus 399,4 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss erreichte 63,6 Mio. Euro (Q4 2008: minus 437,7 Mio. Euro). Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren habe es einen Anstieg der Festnetz-Anschlüsse gegeben. Im Gesamtjahr fielen aber die Festnetzerlöse infolge rückläufiger Sprachvolumina. Die Telekom wies heute darauf hin, dass die Erlöse in diesem Bereich auch den Verkaufspreis der 2008 verkauften Töchter in der Tschechischen Republik, der Slowakei sowie in Polen berücksichtigen.
Auslandstöchter
Im Betriebsergebnis und im Nettoüberschuss für das 3. Quartal des Gesamtkonzerns sind Wertminderungen in der Höhe von 352,0 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Akquisition von Velcom in Weißrussland und der Mobilfunklizenz für Vip mobile in der Republik Serbien inkludiert. Im 4. Quartal 2008 beinhalteten das ausgewiesene Ebitda, das Betriebsergebnis und der Jahresfehlbetrag Aufwendungen für das Restrukturierungsprogramm in der Höhe von 632,1 Mio. Euro, betonte die Telekom.
Weiters hieß es: "Ohne Berücksichtigung des Restrukturierungsaufwandes im Jahr 2008 konnten die betrieblichen Aufwendungen 2009 in beiden Segmenten durch straffes Kostenmanagement um 228,9 Mio. Euro reduziert werden. Auf bereinigter Basis ging das Betriebsergebnis im Berichtsjahr um 7,6 Prozent auf 695,9 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr zurück."
Das in Südosteuropa stark vertretene Unternehmen erwartet auch 2010 ein schwieriges Marktumfeld. Es wird ein Umsatz von 4,7 Mrd. Euro prognostiziert, das Ebitda solle bei 1,6 Mrd. Euro liegen. Beides wäre ein leichter Rückgang gegenüber 2009. Ein massiver Ausbau der Glasfaserinfrastruktur - Stichwort Next Generation Network NGN - ist nicht geplant, heißt es in der Aussendung der Telekom. Der "primäre Fokus" liege "nach wie vor auf dem operativen Cash-Flow", der sich 2010 auf rund 800 Mio. Euro belaufen werde. Die Dividende von zumindest 0,75 Euro je Aktie soll weiter bis 2012 ausgeschüttet werden.
Der Marktführer im Festnetz, Internet und Mobilfunk wird seinen Jahresabschluss 2009 am heutigen Vormittag bei einer Pressekonferenz präsentieren. Dann soll es auch Details zur Fusion geben. Aus Unternehmenskreisen war zu hören, dass die Marke Mobilkom jedenfalls weiterbestehen soll.















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