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Zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 um 18:33 UhrKommentare

Telekom Austria bündelt sich selbst - Handy und Festnetz fusioniert

Die Telekom wird sich nach der Fusion A1 Telekom Austria nennen. Details zur Zukunft der Marke Mobilkom werden am Mittwoch bekannt gegeben. Der Festnetz-Betriebsrat spricht sich gegen eine Zusammenschließung aus.

Foto © APA

Die Telekom Austria wird ein Bündelprodukt. Noch heuer werden die Festnetzsparte und der Mobilfunk unter dem Dach der A1 Telekom Austria fusioniert, die Marke Mobilkom bleibt aber erhalten. Das Auslandsgeschäft soll unverändert weiter betrieben werden. Während der Betriebsrat der Heirat im heutigen Aufsichtsrat seinen Segen gab, hadern die Festnetzmitarbeiter noch mit dem neuen Glück und verweigern sich. Sie verlangen weiterhin eine Jobgarantie und wollen nächste Woche darüber weiterverhandlen. Für die Aktionäre - 27,4 Prozent hält noch der Staat - gab es Entwarnung: Die Dividendenzusicherung von 0,75 Euro je Aktie wurde aufrecht erhalten.

Rasanten Kundenverlust im Festnetz stoppen

Die börsenotierte teilstaatliche Telekom will unter einem Dach verstärkt Bündelprodukte bestehend aus Festnetz, Internet und Mobilfunk anbieten, womit sie schon jetzt sehr gut gefahren ist. Dank der bereits angebotenen Kombiangebote konnte die Telekom den rasanten Kundenverlust im Festnetz stoppen - sehr zum Unbehagen der Mitbewerber, die dem uneingeschränkten Marktführer vorwerfen, seine Marktmacht auszunutzen. Weiters will der derzeitige und künftige Telekom-Vorstandschef Hannes Ametsreiter Synergien in der Infrastruktur heben.

Bis die Fusion Geld einspart muss Ametsreiter aber noch einmal tief in die Tasche greifen. Anlaufkosten in Form eines negativen Cash Flow-Effektes in Höhe von rund 80 Mio. Euro steht mittelfristig eine jährliche Steigerung des Cash Flow von rund 100 Mio. Euro gegenüber, teilte das Unternehmen am Dienstagnachmittag ad hoc mit. Wie es mit den Mitarbeitern weiter geht will die Telekom bei der morgigen Bilanzpressekonferenz näher ausführen.

Vom Mobilkom-Betriebsrat, der Ametsreiter aus seiner Zeit als Mobilkom-Chef gut kennt, gab es einen Vertrauensvorschuss. "Der Vorstand hat uns in sehr intensiven Gesprächen versichert, dass wir durch Transparenz und Fairness alles unternehmen werden, damit die Kolleginnen und Kollegen weiterhin auf das neue Unternehmen stolz sein können", so Mobilkom-Betriebsratschef Werner Luksch. Telekom-Betriebsratschef Markus Hinker will aber nicht alleine auf ein "Indianerehrenwort" vertrauen und setzt auf weitere Gespräche schon ab nächster Woche, die in einer Betriebsvereinbarung enden sollen.

Hoher Personalaufwand

Laut Geschäftsbericht 2008 ist der Festnetz-Personalaufwand vier mal so hoch wie bei der Mobilkom - bei nahezu gleicher Beschäftigtenzahl. Allerdings arbeiten von den 8.363 Mobilkom-Mitarbeitern nur 2.144 in Österreich, der Rest in Südosteuropa, wo weit niedrigere Löhne gezahlt werden. Dazu kommen erhebliche Rückstellungskosten für Sozialprogramme wie Golden Handshakes im Festnetzbereich, da hier ein Großteil der Belegschaft beamtet ist und nicht gekündigt werden kann. 2008 wurde der Mitarbeiterstand des Konzerns um 3,8 Prozent oder 674 Personen auf 16.954 reduziert. Im Festnetz gab es einen Rückgang von 10,7 Prozent, bei der Mobilkom einen Anstieg von 4,4 Prozent.

Den zukünftigen Vorstand bilden Konzernchef Dr. Hannes Ametsreiter, Dr. Dino Dogan (CIO, derzeit CFO mobilkom austria - bis zum Abschluss der Integration), Dipl.-Ing. Walter Goldenits (CTO, derzeit CTO Telekom Austria TA AG) und Dipl.-Ing. Siegfried Mayrhofer (CFO, derzeit CFO Telekom Austria TA AG). Ametsreiter (Group CEO) und Mag. Hans Tschuden (Group CFO) werden weiterhin die Telekom Austria AG als Konzernobergesellschaft leiten. Ing. Johann Pichler, derzeit Vorstand von mobilkom austria, wird als Group CTO den Holdingvorstand unterstützen.

Morgen, Mittwochvormittag, präsentiert die Telekom Austria ihren Jahresabschluss 2009, den Analysten unter einem guten Stern sehen - nach weniger erfreulichen Ergebnissen in den ersten neun Monaten des Vorjahres. Das Betriebsergebnis (Ebit) wird um 142 Prozent in die Höhe springen und bei 327,50 Mio. Euro gesehen. Das Nettoergebnis sollte den Schätzungen zufolge von minus 48,80 Mio. Euro im Vorjahr auf plus 69,20 Mio. Euro in 2009 ansteigen. Beim Umsatz rechnen die Experten mit einem Minus von 7,3 Prozent auf 4,79 Mrd. Euro.


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