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    Zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 um 20:58 UhrKommentare

    Leere Betten lassen Preise purzeln

    Das "Jännerloch" im Tourismus freut die Gäste - sie kännen mit Schnäppchen rechnen und beim Preis verhandeln. Die Hoteliers stöhnen derweil unter dem Preisdruck.

    Foto © APA

    Die Krise ist mit Verzögerung auch im Tourismus angekommen. Die Branche war in den letzten Jahren mit ständigen Nächtigungs-Steigerungen im Winter verwöhnt worden - damit ist jetzt vorerst Schluss. Erste Anzeichen gab es schon im Dezember, mit einem Nächtigungs-Minus von 5,6 Prozent. Im Jänner hat sich nach vielen Jahren erstmals wieder das berühmte Jännerloch aufgetan. "Der Jänner ist nicht so stark wie in den letzten Jahren", konstatiert auch Kärnten Werbung Chef, Christian Kresse. Die Hoffnungen der Kärntner Tourismusbetriebe lasten auf den Semesterferien, die mit der Wiener-Woche am Samstag beginnen. Auch der günstige Oster-Termin lässt hoffen.

    "Der Winter läuft zäh", bestätigt Michael Sammer vom Gartenhotel Kristall in Bad Kleinkirchheim - dies trotz bester Schneeverhältnisse im Schigebiet. Was aber besonders auffällt: Die Gäste nützen die Krisensituation und feilschen mit den Hoteliers um den Preis wie im marokkanischen Basar. "Das hat nichts mehr mit Schnäppchenjagd zu tun, die Urlauber werden zunehmend preisagressiv", sieht der Villacher Tourismusberater Manfred Kohl eine gefährliche Entwicklung. "Die Hemmschwellen sind gefallen, man verlangt fast unverschämt Preisnachlässe."

    "Bevor sich Gäste für ein Hotel entscheiden, haben sie vorher im Internet die Preise von 18 Hotels verglichen", beobachtet auch Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliersvereinigung (ÖHV).

    Was den Konsumenten freut, wird zunehmend zur Gefahr in der Hotellerie. Denn Preisdumping schwächt die ohnehin dünne Kapitaldecke der Branche. Die ÖHV spricht bereits von Umsatzrückgängen von 11 bis 23 Prozent, ausgelöst durch Preisnachlässe. "Preisdumping ist vor allem in der Stadthotellerie gang und gäbe, weniger in der Ferienhotellerie", meint der Fachgruppenobmann der Hotellerie, Anton Wrann. Er warnt seine Kollegen, dem Preisdruck nachzugeben.

    Gefährlich

    Wie brandgefährlich es ist, die "Hose hinunterzulassen", rechnet Kohl vor: "Wenn der Preis nur um fünf Prozent nachgibt, braucht man um 17 Prozent mehr Auslastung, um das selbe Ergebnis zu erzielen." Es brauche mindestens fünf Jahre , um wieder auf den Ursprungspreis zu kommen.

    "Wer beim Preis nachgibt, muss zwangsweise auch mit der Qualität runter gehen. Doch die Freude über ein Schnäppchen währt kürzer, als der Ärger über schlechte Qualität," warnt Manuela Wiesinger von Controlling Service.

    Was also tun, um die leeren Betten zu füllen? "Nur nicht in Panik geraten", raten alle Experten. Wenn schon Preisnachlässe, dann zeitlich beschränkt und nur auf gewisse Lockangebote.

    Reaktionen

    Die Reaktionen der Hoteliers sind höchst unterschiedlich: Windelwirt Siggi Neuschitzer hat beispielsweise bis März die günstigste Preiskategorie noch einmal reduziert. "Was soll ich machen, alle sind auf Schnäpchenjagd getrimmt", stöhnt er. Michael Sammer möchte die Hysterie nicht mitmachen, schenkt aber seinen Gästen kleine Aufmerksamkeiten.

    Und viele Manager von Viersterne-Hotels, wie Lindner Seepark in Klagenfurt oder das "1. Almwellnesshotel" im Lesachtal arbeiten zunehmend mit den Preishämmern Hofer, ITS-Reisen, Lidl- oder Eduscho-Reisen zusammen, um schwache Saisonzeiten zu überbrücken. Sie haben damit tolle Erfolge. "Wir machen nichts anderes, als Lowcost-Carrier, nämlich eine gleichmäßige Auslastung zu einem ordentlichen Durchschnittspreis zu erzielen", begründet Hotelier Gabriel Obernosterer sein Engagement bei Hofer-Reisen. Er ist voll des Lobes: "Drei Millionen Flugzettel in österreichischen Haushalten steigern den Bekanntheitsgrad enorm. So eine Werbung könnte ich mir sonst nie leisten." Durch die Hofer-Angebote würden Gäste angelockt, die sonst nicht kommen würden. Und viele sind Wiederholungstäter - zum Normalpreis - versteht sich. Einige zeigen sich bei den Nebenausgaben spendabel, wenn sie einen Urlaub zum Billig-Preis ergattern konnten.

    ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

    ORF-Streitkultur

    Neuer Chef - Neue Gäste? Zu diesem Thema diskutieren am kommenden Montag ab 21 Uhr in der Streitkultur von Radio Kärnten:

    Christian Kresse, Chef der Kärnten Werbung;

    Hannes Jagerhofer, Eventprofi;

    Siggi Neuschitzer, Kinder- Hotelier und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Lieser-/Maltatal;

    Daniela Gabriel, Hotelierin;

    Oliver Pichler, Marketingberater.

    Hörerfragen werden unter der Telefonnummer (0463) 500 300 entgegengenommen.

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