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    Zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 um 10:30 UhrKommentare

    Insolventer Modellbahnbauer Märklin wartet auf Käufer

    Der Kaufpreis liegt zwischen 60 und 70 Mio. Euro zuzüglich Verbindlichkeiten von 100 Mio. Euro

    Die Traditionsmarke "Märklin" steht vor dem Verkauf

    Foto © APADie Traditionsmarke "Märklin" steht vor dem Verkauf

    Der insolvente deutsche Modelleisenbahnbauer Märklin ist wieder auf dem Gleis und hat zuletzt schwarze Zahlen eingefahren. Allerdings wartet das Traditionsunternehmen ein Jahr nach Anmeldung der Insolvenz noch immer auf einen Käufer. Der derzeitige Lokführer, Insolvenzverwalter Michael Pluta, spielt auf Zeit und will den potenziellen Käufern zunächst zeigen, was in dem Unternehmen steckt - und dann so viel Geld wie möglich rausholen.

    Außerdem wollen die Interessenten laut Pluta noch den Verlauf der für die Branche wichtigen Spielwarenmesse in Nürnberg im Februar abwarten. "Je länger das Verfahren dauert, desto sichtbarer wird der Wert von Märklin", sagt auch Volker Schmid, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie in Stuttgart. Das Jahr 2009 sei unter Pluta besser gelaufen als die letzten fünf Jahresabschlüsse. In den Jahren zuvor hatte der Finanzinvestor Kingsbridge immer wieder Geld in das Unternehmen gepulvert, aber mit ständigen Wechseln in der Geschäftsführung und mit teuren Beratern für Unruhe gesorgt. Die Finanzkrise gab Märklin dann den Rest. Die Banken verlängerten im Februar 2009 einen 50-Millionen-Euro-Kredit nicht mehr.

    Insolvenzverwalter brachte Märklin wieder auf Kurs

    Von Anfang April bis Ende Dezember 2009 erzielte das Göppinger Unternehmen laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa 7 Mio. Euro Gewinn (EBIT). Im Gesamtjahr 2008 hatte Märklin noch 18 Mio. Euro Verlust gemacht. Zudem erwirtschaftete Märklin Plutas Angaben zufolge im Gesamtjahr 2009 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 110 Mio. Euro. Im Vorjahr lagen die Erlöse bei 128 Mio. Euro. Laut Kreisen strebt Pluta für 2010 einen Umsatz von 120 Mio. Euro an. Bei einem Verkauf will Pluta für Märklin 60 bis 70 Mio. Euro haben. Außerdem müsse der Verkäufer Verbindlichkeiten über 100 Mio. Euro stemmen können. Strikt lehnt er auf dem Markt kursierende Angebote von 25 Mio. Euro ab. "Deswegen hat er auch vor Weihnachten einer Reihe von Investoren abgesagt, die gedacht haben, sie bekommen das Unternehmen für einen Schnäppchenpreis", sagt seine Sprecherin Gabriele Wunnenberg.

    Zum Stand der Verhandlungen hält sich Pluta bedeckt. Die genaue Anzahl der potenziellen Käufer möchte er nicht nennen. Es gebe einen bunten Querschnitt an Interessenten aus der Branche und dem branchennahen Umfeld. Insgesamt seien 136 mögliche Käufer angeschrieben worden. Medienberichten zufolge ist der US-Konkurrenz Lionel an Märklin interessiert. Demnach verhandeln die Amerikaner seit zwei Monaten mit Pluta und hätten auch bereits ein unverbindliches Gebot abgegeben. Diese Marktgerüchte wollte der Insolvenzverwalter nicht kommentieren.

    Unsicherheit in der Belegschaft

    In der Belegschaft ist nach Angaben des Betriebsrats noch immer eine große Unsicherheit zu spüren. "Wir hoffen natürlich immer noch auf einen Käufer, der Ahnung vom Modellbau hat und die Produktion in Göppingen und Ungarn lässt", sagt der Betriebsratsvorsitzende Dieter Weißhaar. Das Schlimmste wäre in seinen Augen, wenn zwar ein Käufer gefunden würde, dieser aber woanders produzieren möchte.

    Insolvenzverwalter Pluta wünscht sich vor allem einen Käufer, der langfristig bei Märklin bleiben will und das Produkt auch versteht. "Es gibt Dinge, da braucht man eine klare Befehlsrichtung. An der hat es in der Vergangenheit gefehlt", hatte er kürzlich betont. Deswegen müsse ein Käufer einen Manager mitbringen, der eine vernünftige Betriebsführung beherrsche. Auch nach Schmids Ansicht ist das Wichtigste ein vernünftiger Geschäftsführer. "Märklin wurde durch langjährige Managementfehler übel gebeutelt", kritisiert er. Außerdem müsse das Unternehmen künftig genau die Marktverhältnisse beobachten und relativ rasch auf eine veränderte Nachfrage reagieren. "Aber die Modellbahn wird in einer bestimmten Größe ein ewiges Leben führen."


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