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Zuletzt aktualisiert: 26.01.2010 um 19:08 UhrKommentare

ÖVAG sucht neues Zuhause

Das Dachinstitut der Volksbanken braucht dringend einen kapitalstarken Partner: 2009 endete mit rund einer Milliarde Euro Verlust.

Foto © APA

Jetzt geht's los. Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG), das Dachinstitut der Volksbanken, gab offiziell den Startschuss zur Suche nach einem Partner. Den hat man nötig: Im Vorjahr holte man sich eine Milliarde Euro aus dem Banken-Hilfspaket des Staates, 2009 hielten die Verluste an, sie sollen bei einer Milliarde Euro liegen. Die ÖVAG braucht also frisches Geld, sucht ein neues Zuhause.

Schon kursieren ernsthafte Spekulationen. Raiffeisen gilt in Bankenkreisen als wahrscheinlicher Käufer. Klaus Liebscher, Chef der Banken-ÖIAG (Fimbag), bestätigt, dass er Raiffeisen meint, wenn es um einen Verkauf der ÖVAG gehe. Der Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, Ludwig Scharinger, einer der Mächtigen im Raiffeisen-Reich, hält nichts von einer Beteiligung: "Wir hängen uns nicht gerne Probleme um den Hals, die wir nicht verursacht haben", sagte er in den "Salzburger Nachrichten". Die Partnersuche der ÖVAG ist für die Chefs der Finanzmarktaufsicht (FMA) "der richtige Weg". Und Hannes Androsch, Vize-Aufsichtsratsvorsitzender der Banken-ÖIAG, fordert erneut eine "sinnvolle Konsolidierung und damit bessere Bankenstruktur" in Österreich.

Mehr Kapital

ÖVAG-Generaldirektor Gerald Wenzel will heuer das Kapital um 400 Millionen Euro aufstocken, einen Teil der Staatshilfe zurückzahlen. Die Aktionäre sollen das Geld einbringen. Keiner der großen (siehe Grafik) verspürt aber Lust dazu. Bleibt also die Partnersuche als Rettungsanker. Ob die ÖVAG Staatshilfe zurückzahlen muss, wenn ein Partner einsteigt, ist für Harald Waiglein, Sprecher von Finanzminister Josef Pröll, "das Begackern ungelegter Eier". Theoretisch könne man darüber nachdenken, müsse aber zuvor die Vorgänge abwarten.

HELLFRIED SEMLER

Fakten

In der Rangliste der österreichischen Banken ist die ÖVAG von Platz vier (2007) mit einer Bilanzsumme von 78,6 Milliarden Euro zuletzt auf Platz sieben, Bilanzsumme 35,5 Milliarden, abgesunken.

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