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Zuletzt aktualisiert: 08.12.2009 um 22:47 UhrKommentare

Goldrausch könnte zu Ende gehen

Immer häufiger wird Goldschmuck zu Geld gemacht, Gold in den Markt gepumpt. Experten befürchten, die Trendwende ist nicht mehr weit.

Foto © APA

Noch ist die Welt am Goldmarkt in Ordnung. Die Nachfrage ist hoch, ebenso der Preis. Doch Experten warnen bereits davor, mit dem Gold könnte es gehen wie seinerzeit mit den dot.coms, den Internetfirmen, die in den 90er-Jahren einen rapiden Aufschwung verzeichneten. Dann verloren die Investoren 2001/02 nach dem Platzen der sogenannten Internetblase einen Haufen Geld.

Der Goldpreis wurde in schwindelnde Höhen geschraubt. Am 3. Dezember lag der Rekord bei 1226,10 Dollar für eine Feinunze, das sind 31,1 Gramm. Danach folgte eine kleine Abschwächung bis 1147,50 Dollar am vergangenen Montag (siehe Grafik). Die Schwankungen machen das Edelmetall für die Anleger interessant, es ist auch ein Spiel mit Nervenkitzel.

Sichere Werte

Insgesamt aber ist Gold derzeit als sichere Anlage gesucht, die in Krisenzeiten etwas wert ist. Ähnliches gilt z. B. für Immobilien, besonders für Eigentumswohnungen. Gerade der schwache Dollar, die Verrechnungswährung für den Goldpreis, lockt die Anleger. Bei einem Kurs von rund 1,48 Dollar für einen Euro ist Gold in der Europa-Währung relativ günstig. Und die Chance, dass der Preis weiter aufwärts zieht, ist in der nächsten Zeit durchaus gegeben. Die Erste Bank sieht als "erste Zielmarke" 1300 Dollar, meint deren Goldexperte Ronald-Peter Stöferle. Langfristig rechnet die Erste Bank sogar mit 2300 Dollar.

Die Entwicklung führt zu Auswüchsen. Sogenannte "cash for gold"-Agenturen bieten an, über einfachen Briefversand Goldschmuck zu kaufen. Auf der anderen Seite stehen Goldmünzen, etwa der Philharmoniker, hoch im Kurs. Der aktuelle Preis von 805 Euro liegt auch nur wenig unter dem Rekord von 836 Euro anfangs des Monats, das waren plus 28 Prozent seit Jahresbeginn.

Insgesamt deutet vieles daraufhin, dass der Goldpreis so schnell nicht verfällt. So kaufen Notenbanken wieder Gold ein, das sie vor einiger Zeit noch auf den Markt geworfen hatten.

HELLFRIED SEMLER

Goldpreis

Grafik © KLZ

Grafik vergrößernDie Entwicklung des GoldpreisesGrafik © KLZ

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