Die Reichen werden wieder reicher
Elf Milliarden Euro haben die reichsten Österreicher im Vorjahr durch die Finanzkrise verloren. Bereits die Hälfte der Verluste wurde heuer wettgemacht. 2010 legen die Reichen wieder deutlich zu.

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Das hat den Reichen und Superreichen in Österreich nicht geschmeckt: Als Folge der Wirtschaftskrise haben sie im Jahr 2008 von ihrem Finanzvermögen von errechneten 130 Milliarden Euro elf Milliarden verloren und zum Jahresende 119 Milliarden besessen. Inzwischen haben sie wieder gut gewirtschaftet, sie haben sieben Milliarden dazu verdient und liegen nach aktueller Auflistung der Beratungsfirma Booz & Company schon wieder bei 126 Milliarden. Die Aufholjagd geht ungebrochen weiter, Ende 2010 sollen 133 Milliarden Euro auf den Konten liegen.
Die Superreichen gehen natürlich nicht zur Bank oder Sparkasse wie andere Sparer. Ihnen stehen im so genannten Private Banking eigene Berater zur Verfügung, manche Banken gehen sogar so diskret mit diesen hochwertigen Kunden um, dass sie über eigene Eingänge, unbehelligt von anderen Kunden und geschützt vor neugierigen Blicken in die Beratungszimmer geschleust werden.
Strategien für die Anlage
Wie die vermögenden Kunden ihr Kapital anlegen, lässt die Erste Bank an Hand von zwei Strategien erkennen. Als Richtlinie für konservative Investoren sollten 15 Prozent in Aktien, Schwerpunkt Blue Chips, investiert werden, 70 Prozent in Anleihen, fünf bis zehn Prozent in Immobilien, fünf bis zehn Prozent in Bargeld und fünf Prozent in Gold. Dynamisch veranlagte Kunden, also risikofreudigere, setzen auf 25 Prozent Aktien, 60 Prozent Anleihen, der Rest teilt sich auf Bargeld, Immobilien und Gold nach eigenem Gutdünken auf.
Davon können Kleinanleger eher nur träumen. Als Grundabsicherung sollten drei bis vier Monatsgehälter auf einem Sparbuch liegen für kurzfristig notwendige Anschaffungen. Danach folgen als Empfehlung Bausparverträge, Lebensversicherung und Altersvorsorge. Wer dann noch Geld übrig hat, könnte dann an breit gestreute und dadurch weniger risikobeladene Fonds denken.
Türk geht in seinen Empfehlungen von einem "Wealth Management" aus: "Wir betrachten das Gesamtvermögen der Kunden, nicht nur das bar anliegende Vermögen." Die Investition sollte als "Mischung aus verschiedenen Anlageformen" getätigt werden. Derzeit gefragt seien zur Vermögenssicherung Immobilien, auch Fonds könnte man ins Auge fassen. Bei Bargeldpositionen hingegen rät Türk zum Abwarten. Immerhin ist derzeit etwa eine Milliarde Euro auf Sparkonten zwischengeparkt, berichtet Wolfgang Traindl, Leiter des Private Banking der Erste Bank.
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Hintergrund
Als reich und superreich werden in der Bankenwelt Kunden eingestuft, die ein liquides (verfügbares) Vermögen ab 300.000 Euro aufweisen. Bernhard Türk, Vorstand in der Hypo in Graz, will keine engere Eingrenzung vornehmen, er spricht von "mehreren hunderttausend Euro".
In der Steiermark sei ein Potenzial von "zehn- bis fünfzehntausend" solcher Kunden vorhanden, die ihr Vermögen durch die Finanzkrise "zuletzt nicht gerade vermehrt" hätten, umschreibt Türk diplomatisch die Lage. Auf etwa 90 bis 100 Milliarden Euro schätzt Türk das Vermögen aller Reichen in Österreich ein.
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Fakten
Die Hypo selbst, sagt Türk, will sich auch vom großen Kuchen im Wiener Raum - mit 45 Milliarden Euro liegt hier rund die Hälfte des Vermögens der Reichen in Österreich zur Disposition - schrittweise Stück um Stück abschneiden.















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