Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Steiermark um 11,7 Prozent
Knapp 12 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet die Steiermark im November. Konkret sind 35.847 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Situation am Lehrstellenmarkt ist besonders angespannt.

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Nicht zuletzt die untypisch warmen Temperaturen haben im November für einen unerwartet geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit gesorgt. Im Hochbau wird an vielen steirischen Baustellen noch gearbeitet, "daher wurde der saisonale Effekt in der Baubranche noch nicht so stark wirksam", so der steirische AMS-Chef, Karl-Heinz Snobe. Als weiterer positiver Aspekt lasse sich derzeit ausmachen, dass die Unternehmen weiterhin vermehrt offene Stellen melden würden.
"Den stärksten Bedarf meldeten uns Betriebe für Fremdenverkehrsberufe, Handelsberufe, Metall- und Elektroberufe sowie Gesundheitsberufe", so Snobe. Derzeit liege der Bestand an zu besetzenden offenen Stellen bei 2669.
Auch wenn man - im Vergleich zu den teils dramatischen Zahlen der letzten Monate - durchaus positive Signale aus dem Arbeitsmarkt venimmt, eine Entwarnung könne keineswegs gegeben werden, so Snobe. Zwar gehe er davon aus, dass der Zuwachs an Arbeitslosigkeit weiter abnehmen wird, einen tatsächlichen Rückgang im ersten Quartal 2010 erwarte er jedoch eher nicht.
Lehrstellenlücke wächst
Ein großes Problem ist weiterhin die angespannte Situation auf dem Lehrstellenmarkt. Mit Ende November standen 804 gemeldeten Lehrstellensuchenden lediglich 289 Lehrstellen gegenüber. Die Gründe sind vielfältig, wie AMS-Experte Hermann Gössinger betont. Neben statistischen Effekten, nicht jede offene Lehrstelle werde auch beim AMS gemeldet, habe das insbesondere mit der Qualifizierung der Jugendlichen zu tun. "Ein alter Hut", so Gössinger. Das Potenzial vieler bei uns vorgemerkter Jugendlicher reiche für die Anforderungen zahlreicher offener Lehrstellen nicht aus. Ein fast schon traditionelles Problem erwachse aus der "ewigen Hitliste der Lehrberufe". Noch immer wählen viele Jugendliche ihre Lehrberufe "sehr eindimensional" aus. Burschen wollen Mechaniker oder Tischler, Mädchen Friseurin, Verkäuferin oder Sekretärin werden. "Dass es heute eine enorme Vielfalt an Lehrberufen gibt, ist in den Köpfen vieler Jugendlicher und Eltern noch nicht verankert. Wir müssen da noch sehr viel Informationsarbeit leisten", so Gössinger. Der Verdacht, wonach die größer werdende Lehrstellenlücke mit einem krisenbedingt reduzierten Lehrstellenangebot zu tun habe, bestätige sich nicht. "Das ist nicht das Thema", so Gössinger.
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"Wir erwarten, dass der Arbeitslosigkeit weiter abflacht. Entwarnung kann aber keinesfalls gegeben werden."
Karl-Heinz Snobe, AMS-Steiermark















