Nur das Beste für Struppi
Der Markt für Tierfutter und -zubehör ist auf 400 Millionen Euro angewachsen. Vor allem in Krisenzeiten werden die tierischen Lebensbegleiter ein bisschen mehr verwöhnt als sonst.

Foto © Jessica Cadd - Fotolia.comDie Österreicher verwöhnen ihre vierbeinigen Freunde
Struppi kaut an seiner Hundewurst. Sein Herrl kauft sie gern, obwohl sie wie er seufzend feststellt, mehr kostet, als jene, die er selbst zum Mittagessen verspeist. In ein Haustier steckt man eben Liebe, erklärt er - und auch Geld, vor allem, wenn man darauf Wert legt wie sich das Tier ernährt.
In der Tiernahrung spiegle sich wider, was man derzeit auch an der Gesellschaft ablesen kann, sagt Harald Wagner von der Firma Fressnapf. Im Premiumsegment läuft es bestens, die Diskontschiene, mit denen der Handel auf die wirtschaftlichen Zeiten reagiert, übertreffe alle Erwartungen, nur die Mittelschicht wird langsam dünner.
Der Tiernahrungs- und Tierzubehörmarkt sei ein Profiteur der Krise, bestätigt Wagner. In Österreich ist er derzeit an die 400 Millionen Euro stark. Der Anteil, den der Marktführer Fressnapf dabei einnimmt, beträgt laut einer Umsatzprognose für 2009 bereits 96 Millionen Euro. Vor mehr als zehn Jahren preschte Fressnapf in einem Segment vor, das bislang von Zoo-, Lebensmittel- und Drogeriefachhandel abgedeckt wurde. Kürzlich eröffnete die 94. österreichische Filiale. Seit 1990 hat es Fressnapf-Gründer Thorsten Toeller europaweit auf 1051 Filialen und 2008 auf einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro gebracht.
Der Markt rund um das liebe Vieh wächst sanft, aber stetig. Zum einen, weil die Zahl der in Österreich lebenden Haustiere - geschätzte 700.000 Hunde und 1,6 Millionen Katzen - steigt. Zum anderen, "weil man sich wieder gern in die eigenen vier Wände zurückzieht", wie Wagner vermutet. Und das Bedürfnis nach tierischer Wärme in Zeiten der Krise eben besonders hoch ist.
Trend zur Bionahrung
"Tiere sind ein emotionales Thema", erklärt Wagner. "Man muss Verantwortung für sie übernehmen, ähnlich wie für ein Kleinkind." Deshalb gehe der Trend auch in Richtung hochwertige Bio-Ernährung, die durchwegs im Premiumsegment liegt. Von Hamsterkäufen kann man dabei zwar noch lange nicht sprechen - im Rewe-Konzern etwa ist Bio-Tiernahrung noch ein Nischenprodukt - doch bei Whiskas, Österreichs größtem Katzenfutterhersteller und Tochter des Mars-Konzerns, schnurrt man ebenso behaglich wie bei Fressnapf, ob des Trends in bio zu investieren. Der Absatz ließe sich künftig auch durch "Produkte mit gesundheitsbezogenem Zusatznutzen" erhöhen, ortet man bei Whiskas. Waschanlagen für Hunde liegen im Trend, ergänzt Fressnapf-Prokurist Wagner. Auch Tiersitting sei ein Thema.
Gekauft werden derzeit vor allem Katzen und Hasen. "Der Vogel stagniert generell." Immer stärker seien Ratten gefragt, auch deren natürliche Feinde nimmt man sich mit ins Haus - es gebe mehr Schlangenfans in Österreich als je zuvor. Generell werde der Tiermarkt zunehmend humanisiert, sagt Wagner abschließend. Diese Vermenschlichung sei noch vor zehn Jahren kaum zu spüren gewesen.
















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