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Zuletzt aktualisiert: 11.10.2009 um 19:08 UhrKommentare

RWE verdient an der Kelag gut

Wegen des Haider-Unfalls blies im Vorjahr die RWE-Spitze ihren Kelag-Besuch ab. Jetzt zogen die deutschen Strombosse sehr zufrieden Bilanz.

Foto © APA

Eigentlich wollte die Konzernspitze des mächtigen deutschen Energieriesen RWE schon vor einem Jahr ihr Tochterunternehmen Kelag in Kärnten besuchen. Doch der geplante Termin am 13. Oktober 2008 platze, weil zwei Tage zuvor Jörg Haider verunglückte. Er war Eigentümervertreter des Landes bei der Kelag. Nun haben die RWE-Bosse den Besuch in der Vorwoche nachgeholt, wenige Tage vor dem Jahrestag des Unglücks. "Das Klima mit dem Land ist seither unverändert gut", bemerkte RWE-Konzernchef Jürgen Grossmann seit Haiders Tod keine Änderungen in der Energie-Zusammenarbeit zwischen Kelag und RWE. (Eigentümervertreter des Landes ist jetzt Finanzreferent Harald Dobernig.)

Die RWE (Rheinisch-Westfälische Elektrizitätsgesellschaft) zählt mit rund 50 Milliarden Euro Umsatz, 6,8 Milliarden Euro Jahresgewinn und 63.500 Mitarbeitern zu den Energie-Riesen in Europa. Gerade hat Großmann über fünf Milliarden Euro Umsatz dazu gekauft, indem er für 7,3 Milliarden Euro den holländischen Energiekonzern Essent erworben hat.

Im Vergleich dazu war der Drittel-Anteil an der Kelag für die RWE ein Schnäppchen. Vor acht Jahren erwarben die Deutschen den Anteil um rund vier Milliarden Schilling. Seither hat die Kelag aus ihren Gewinnen anteilsmäßig rund 60 Millionen Euro Dividende an die RWE abgeliefert. Damit hat die RWE umgerechnet fast eine Milliarde Schilling schon wieder einkassiert - und eine Wertsteigerung ihres Kelag-Anteils obendrein. Da stören den RWE-Vorstandsvorsitzenden auch die heuer wegen der Krise rückläufigen Ergebnisse der Kelag kaum. "Die Kelag ist Umsatz-Milliardär geworden. Wir sind sehr zufrieden", sagte Großmann. "Wir sehen unsere Beteiligung langfristig." Bereitwillig haben die Deutschen auch ihren Anteil am 50 Millionen starken Kelag-Fonds für das Mölltal gezahlt. Den Wasserkraft-Strom der Kelag brauchen die auf Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken konzentrierten Deutschen dringend, um ihre Bilanz bei erneuerbarer Energie aufzubessern.

Neuer starker Mann der RWE bei der Kelag wird Rolf Martin Schmitz. Der ehemalige Manager des Konkurrenten E.ON sitzt in Essen im RWE-Vorstand und bald auch im Vorstand der Kärntner Energie Holding KEH. Er wird dort den bisher von der RWE gestellten Vorstand Heinz Werner Ufer ablösen. Die RWE ist an der KEH mit 49 Prozent beteiligt, das Land Kärnten mit 51 Prozent. Für das Land ist Kelag-Aufsichtsrat Günther Pöschl Vorstand in der KEH. Die KEH verfügt über 63,85 Prozent der Anteile an der Kelag. 35,12 Prozent hält der Verbund, den Rest von 1,03 Prozent die Mitarbeiter, sowie Villach und andere Städte. Schmitz kündigte bei seinem Besuch ein Stromtankstellennetz der Kelag und der RWE in Mittelkärnten an.

ADOLF WINKLER

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