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Zuletzt aktualisiert: 10.09.2009 um 14:51 UhrKommentare

"Big Ed" am Steuer von GM

Der 67-jährige Texaner ist für seinen Bulldozer-Stil bekannt: "Von Autos habe ich keine Ahnung", gestand der neue starke Mann an der Spitze von GM gleich zum Amtsantritt vor zwei Monaten ein.

Edward Whitacre Jr. leitet die Geschicke des angeschlagenen US-Autokonzerns GM

Foto © ReutersEdward Whitacre Jr. leitet die Geschicke des angeschlagenen US-Autokonzerns GM

Das hinderte Verwaltungsratschef Edward Whitacre Jr. aber nicht, gleich umso heftiger ins Steuer des schleudernden amerikanischen Traditionskonzerns zu greifen - entsandt von US-Präsident Barack Obama höchstpersönlich.

Der 67-Jährige Texaner soll den ums Überleben kämpfenden Autobauer wieder auf Kurs und auf Regierungslinie bringen. Schließlich ist der Staat nach Milliardenhilfen Mehrheitsaktionär. GM-Chefmanager Fritz Henderson lenkt zwar das Alltagsgeschäft, musste aber letztlich neben dem Verwaltungsratschef auf den Beifahrersitz rutschen. Eine höchst ungewöhnliche Machtverteilung für einen US-Konzern und für GM eine Revolution: Bisher nickte der Verwaltungsrat meist nur alles brav ab.

Nun aber hat der für seinen Bulldozer-Stil bekannte, fast zwei Meter große Hüne Whitacre das Sagen. Ganz bewusst holte die Regierung von außen einen Branchenfremden mit dafür anerkannten Entscheider-Qualitäten. "Ein Ende der Inzucht-Kultur bei GM", lobten Analysten.

"Big Ed" war bis 2007 Chef des Telekommunikationsriesen AT&T, den er über viele Jahre hinweg zur Nummer eins in den USA ausbaute. Bei GM geht die Fahrt erst einmal in die andere Richtung: Als stark verschlankter Konzern soll der einst weltgrößte Autobauer wieder genesen.

Whitacres bekannte Ungeduld bekam die bisherige Opel-Mutter GM bereits heftig zu spüren. Gerade erst befragte er in der Detroiter Zentrale im 45-Minuten-Takt Mitarbeitergruppen quer durch alle Ebenen. Er verabschiedete sich laut US-Medien unmissverständlich mit der Ansage, dass es kein "Weiter wie bisher" gebe. "Liefert Ergebnisse oder verlasst GM!", bekamen die Beschäftigten zu hören.

In Whitacres zupackenden Händen liegt wohl auch das Schicksal von GM-Chef Henderson (50). Sein Verbleib gilt keineswegs als ausgemacht. Langes Zaudern kann sich Whitacre bei seinen Entscheidungen nicht erlauben. Schon nächstes Jahr soll er GM wieder an die Börse fahren.

Von Roland Freund, dpa

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