Österreich entkommt der "Grauen Liste"
Auf der Liste der OECD landen alle jene Staaten, die bei der Weitergabe von Informationen über ausländische Kontoinhaber nicht kooperieren.

Foto © APUm Steuern zu sparen, wird Vermögen häufig in Ländern deponiert, die sich dem Bankgeheimnis verschrieben haben, darunter auch Österreich
Österreich hat seit dem gestrigen Ministerrat mit zwölf Staaten OECD-konforme Doppelbesteuerungsabkommen unter Dach und Fach. Vier davon (Bahrain, Luxemburg, Schweiz und Niederlande) sind bereits, wie von der OECD verlangt, unterzeichnet, acht (Belgien, Großbritannien, Monaco, Dänemark, San Marino, St. Vincent, Singapur und Norwegen) sind vom Ministerrat abgesegnet. Hier fehlt nur noch der Formalakt der Unterzeichnung, damit die OECD-Bedingung erfüllt ist, um Österreich von der "Grauen Liste" der Länder zu streichen.
Abkommen abgesegnet
Außerdem ist das Abkommen mit Gibraltar ausverhandelt und kann nächste Woche vom Ministerrat abgesegnet werden. Damit sei absehbar, dass Österreich vor dem G-20-Treffen am 24./25. September von der Grauen Liste gestrichen werden kann, sagte Staatssekretär Andreas Schieder (S) am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Mit Ländern wie Deutschland werde noch verhandelt. "Stolpersteine gibt es keine", sagt Schieder dazu, aber in diesem Fall dauerten die Verfahren länger.
Grundsätzlicher Unterschied zwischen den alten Abkommen und den neuen: Früher wurden Informationen über Konten von Ausländern erst bei einer Verurteilung weitergegeben, jetzt schon bei einem "begründeten Verdacht", erinnert Schieder. Für Österreicher ändere sich dadurch nichts. Der Staatssekretär geht auch davon aus, dass "keine großartigen Verschiebungen" bei ausländischem Kapital folgen werden. Denn die meisten hätten gute, legale Gründe, ihr Geld in Österreich anzulegen. Und illegalem Geld solle man nicht nachweinen. Österreich sei kein sicherer Hafen für Schwarzgeld und Steuerhinterzieher und wolle das auch nicht sein.
Schieder ist auch zuversichtlich, dass im Zuge der aktuellen Veränderungen nicht der automatische Informationsaustausch über ausländische Kontoinhaber eingeführt werden muss. Nach einer alten EU-Bestimmung müsste Österreich automatisch ausländischen Steuerbehörden alle Informationen über Konten ihrer Bürger in Österreich übermitteln, sobald die Schweiz einem solchen Verfahren zustimmt. Es seien aber sogar Kritiker des österreichischen Bankgeheimnisses, wie der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück, mit der OECD-konformen Regelung zufrieden und hätten keinen automatischen Informationsaustausch verlangt, betont Schieder. Und in der Schweiz gebe es auch keine Anzeichen, dass man dort automatischen Informationsaustausch einführen will.














