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Zuletzt aktualisiert: 09.09.2009 um 07:29 UhrKommentare

Interview: Superfund Manager Christian Baha

Der Gründer des Hedgefonds Superfund, über die kranke Finanzwelt und seine Gelderlebniswelt, die ab morgen in Kärnten Station macht.

Christian Baha

Foto © APAChristian Baha

Ihr Unternehmen geht mit einer Geld-Erlebniswelt auf Bundesländer-Tour. Muss man zu dieser Art Werbung greifen, um in Zeiten wie diesen noch Fonds verkaufen zu können?

CHRISTIAN BAHA: Unsere mobile Investment World soll den Normalverbrauchern auf spielerische Art zeigen, dass es Sinn macht, sich mit seinem Geld zu beschäftigen. Mindestens so, wie man sich etwa mit seinem Auto beschäftigt. Geld arbeitet - in guten wie in schlechten Zeiten.

Sie zeigen unter anderem die älteste Währung der Welt: Gold. Wie stark ist diese Währung, die ja bekanntlich keine Zinsen bringt?

BAHA: Es gibt sie seit 5000 Jahren und sie war nie einer Inflation unterworfen - das wiegt mehr als Zinsen. Im alten Rom konnte man sich mit einer Unze eine Toga kaufen, heute bekommt man dafür einen Kärntner Anzug, den ich gerade erstanden habe. Im Ernst: Ich kaufe seit 2003 Gold und Silber. Und empfehle es jedem. Übrigens sollte man es zu Hause lagern oder im Banksafe.

Ist zu erwarten, dass sich der Staat mit einer Geldentwertung entschuldet?

BAHA: Kurzfristig erwarte ich eine Deflation, langfristig eine Inflation. Daher rate ich, in Gold, landwirtschaftliche Flächen und systematische Fonds zu investieren.

Für ihren computergesteuerten Superfund war heuer bisher ein superschlechtes Jahr: 25 bis 40 Prozent Verlust. Was sagen Sie den Anlegern?

BAHA: Jetzt ist es günstig einzusteigen, da bis zum alten Hoch keine gewinnbeteiligung anfällt. Außerdem: Superfund setzt nicht, so wie andere, nur auf steigende Kurse, sondern auch auf fallende. Zudem ist ein Computersystem besser als jeder Fondsmanager, denn er hat keine Emotion. Unser System geht übrigens ein maximales Risiko von einem Prozent pro Markt ein.

In welche Märkte investiert Superfund?

BAHA: Aktien, Anleihen, Devisen, Rohstoffe wie Getreide, Gold, Kakao, Soja, Heizöl, Rinder. Bloße Anleihen halte ich für fahrlässig, denn man fungiert als Kreditgeber: Ist der Kreditnehmer - sei es auch der Staat - pleite, ist das Geld futsch.

Der Computer analysiert Trends, die aber eigentlich nur die Vergangenheit abbilden.

BAHA: Aber man kann nur von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen. Das ist die einzige Wahrheit, die es gibt. Die Massenpsychologie, der Herdentrieb, das ist das, was beim systematischen Börsehandel die Grundlage ist.

Ist die Finanzkrise überstanden?

BAHA: Niemand kann das vorhersehen. Da hilft es auch nichts, sich auf das eigene Gefühl zu verlassen. Es ist wie mit einer Krankheit, die einen treffen kann. Fakt ist, dass die Finanzwelt krank ist. Da wurden Geschwüre angezüchtet, die man herausnehmen muss. Es wird noch auf Jahre Schmerzen geben.

Sie sehen schwarz?

BAHA: Keineswegs. Ich sage nur: Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass das Ende der Krise da ist. Denn der Kreditmarkt ist aufgebläht, hier wird künstliches Geld produziert.

Was halten Sie von der staatlichen Stützung der Banken?

BAHA: Ich halte nichts davon, dem Steuerzahler mal eben übers Wochenende 100 Milliarden zu stehlen, nur, damit man einige Aktionäre rettet.

Wann kommt ihre Biofood-Kette Supergood nach Kärnten?

BAHA: Zuerst wird in Deutschland expandiert, dann in Österreich.

EVA GABRIEL

Zur Person

Christian Baha (40), ehemaliger Streifenpolizist mit abgebrochenem BWL-Studium, gründete 1995 die Superfund Investmentgesellschaft.

Heute verwaltet sie eine Milliarde Euro, hat 50.000 Investoren, 500 Mitarbeiter und 30 Geschäftsstellen weltweit.

Der Wiener lebt in der Schweiz. Er ist liiert mit der Ex-Läuferin Steffi Graf.

"Investment World"

Die Investment World von Superfund macht ab morgen und bis inklusive Dienstag (15. 9) Station am Pfarrplatz Klagenfurt. Geöffnet ist täglich von 9 bis 22 Uhr.

Zwölf multimediale Stationen sollen die Grundlagen der Geldanlage vermitteln. Etwa: Wie funktioniert ein Trend? Der Eintritt ist kostenlos.

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