Wunderwuzzi gesucht
"Unabhängig, marktorientiert und international vernetzt." So stellen sich die Touristiker den neuen Chef der Kärnten Werbung vor.

Foto © Kärnten WerbungDie Ausschreibung für den Mister X der Kärnten Werbung beginnt am Montag. Gesucht ist einer, der sich nicht zur Polit-Marionette machen lässt
"Wunderwuzzi gesucht"! So könnte man die Ausschreibung für den neuen Chef der Kärnten Werbung titulieren. Denn was die Erwartungen der Kärntner Touristiker betrifft, sollte der Neue wirklich Wunder vollbringen können. "Der neue Chef der Kärnten Werbung sollte eigene Ideen zur Umstrukturierung der Kärnten Werbung einbringen", pocht Hotelier Sigi Neuschitzer auf einen Manager, der auf dem internationalen Parkett mitspielen kann. Hotelier Anton Wrann wünscht sich, dass er sich von der Politik nicht fernsteuern lässt: "Persönlichkeiten wie Gucher im Burgenland und Margreiter in Tirol können gut mit der Politik, lassen sich aber nichts dreinreden." "Politisch unabhängig, mit größtmöglichem Gestaltungsspielraum", so stellt sich VP-Tourismussprecher Gabriel Obernosterer die Funktion vor und Spartenobmann Helmut Hinterleitner wünscht sich einen Manager, der Kompetenz in Vermarktung und Umgang mit touristischen Partnern zeigt. Und Tourismusreferent Josef Martinz? "Die Ausschreibung richtet sich an einen, der aus dem Tourismus kommt, die Zielmärkte kennt und verkaufen kann." Teamfähig soll er sein und ein Organisationstalent. Am Montag wird die Ausschreibung von der Hauptversammlung der Kärnten Werbung abgesegnet. Im Vorfeld wurden bereits Namen kolportiert. Beispielsweise der Tourismusmanager von Leogang/Saalfelden, Christian Kresse. "Ich habe gerade einen Vertrag für weitere fünf Jahre in Leogang unterschrieben. Abgeneigt wäre ich nicht, für Kärnten zu arbeiten, aber nur mit neuen Rahmenbedingungen", sagt der Kärntner, der sich die Bewerbungsunterlagen genau ansehen wird. Ein Kärntner mit internationaler Erfahrung wird ebenso ins Spiel gebracht: Oskar Hinteregger, Chef der Österreich Werbung in London - ein Mann, der den internationalen Markt kennt, wie kein zweiter.
Neue Struktur
In einem sind sich die Touristiker einig: Nur den Kopf auszuwechseln, ist zu wenig. Mit dem oder der Neuen müsse die Struktur der Kärnten Werbung geändert werden. Die Hoteliers Wolfgang und Bernd Hinteregger sehen darin eine große Chance. "Extrem viel Geld geht für interne Verwaltung und Personal auf. Der Bereich Marktkommunikation ist kaum buchungswirksam," kritisieren sie. Die Hinteregger-Brüder wünschen sich eigene Regionsbetreuer und Produktentwickler, der Großteil des Budgets sollten für Marketing und Verkauf aufgehen. Laut wird der Wunsch nach besserer Zusammenarbeit mit Regionen und die Einbeziehung der Praktiker. "Auf das Know How der Touristiker ist bis jetzt verzichtet worden. Ich stelle mir einen Rat der Weisen vor, der mitbestimmen soll," sagt der Ex-Aufsichtsrat der Kärnten Werbung, Anton Wrann. Tourismusreferent Martinz kündigt einen Umbau der Kärnten Werbung an. "Ich komme aus der Praxis und gehe das jetzt an. 20 Jahre ist nichts getan worden", verspricht er. Dazu gehören auch eine Aufwertung der Regionen.














