Die Nachbarn bleiben treu
Etwas weniger schlimm, als nach dem miesen Wetter angenommen, hat der Juni im heimischen Tourismus bilanziert. Zuwachs bei Nah-Urlaubern. Viel weniger Russen, Briten und Polen.

Foto © Kleine ZeitungEin findiger Wirt wirbt auf seine ganz eigene Art um Gäste: Da treffen sich gemeinsame Interessen
Nach tiefroten Mai-Zahlen hielt sich das Minus mit 0,2 Prozent österreichweit in Grenzen, von Jänner bis Juni waren es 3,3 Prozent weniger Nächtigungen. Was in der Statistik ins Auge springt: Bundesländer mit wetterunabhängiger Infrastruktur - wie etwa Thermen und Erlebnisbäder - waren eindeutig die Gewinner. Das Burgenland konnte ein Plus von 9,6 Prozent vorweisen, die Steiermark 8,9 Prozent.
Kärnten reiht sich mit einem Minus von 2,9 Prozent in den Reigen der Verlierer Salzburg (-1,8 Prozent), Niederösterreich (-2,5 Prozent) und Wien (-3,8 Prozent) ein. Hier waren vor allem die wetterunabhängigen Regionen, wie die Karnische Region, mit einem Plus von acht Prozent erfolgreich. Der Tourismussprecher der ÖVP im Nationalrat, Gabriel Obernosterer, will nicht in das Konzert der Wehklagen einstimmen. "Ich glaube nicht an das oft kolportierte zweistellige Minus. Der Tourismus ist die Branche, die in schwierigen Zeiten ein krisensicherer Faktor ist", macht Obernosterer auf Schönwetter.
Preiswerte Unterkunftsarten sind beliebt
Aus den statistischen Zahlen der Herkunftsmärkte zeigt sich, dass die Aufstockung des Werbebudgets der Österreich Werbung für die Nahmärkte einiges bewirkt hat: plus 9,9 Prozent bei den Deutschen, plus 10,5 Prozent bei den Schweizern und 5,5 Prozent mehr Übernachtungen bei den Italienern. Dafür kündigten Russen (-71 Prozent) Schweden (-68,5 Prozent), Polen (-39,8 Prozent) und Briten (- 23,4 Prozent) dem Urlaubsland Österreich im Juni die Freundschaft auf.
Von der Statistik belegt wird auch, was man schon erahnen konnte: Preiswerte Unterkunftsarten wie Bauernhöfe, Ferienwohnungen und Privatquartiere haben bei den Gästen eindeutig die Nase vorne.
Features
Nächtigungen 2009
Jänner bis Juni 2009: Österreich -3,3 Prozent Kärnten -4 Prozent Steiermark 0,7 Prozent Salzburg -5 Prozent Tirol - 3,2 Prozent
Mai bis Juni 2009: Österreich -5,1 Prozent Kärnten -6,1 Prozent Steiermark 0,8 Prozent Salzburg -8,2 Prozent Tirol -7,1 Prozent
Juni 2009: Österreich 0,2 Prozent Kärnten -2,9 Prozent Steiermark 8,9 Prozent Salzburg -1,8 Prozent Tirol 0,1 Prozent














