Kärntner Jägerschaft verursacht massive Kosten
Rechnungshof nahm die Jägerschaft unter die Lupe. Statt 365.000 Euro zu sparen, kostet die Ausgliederung 700.000 Euro mehr, weil auf Landesseite nicht gespart wurde.

Foto © KoscherSchloss Mageregg, der 2,1 Millionen Eure teure "Schatz" der Jägerschaft
Der zentrale Satz steht auf Seite 24 des Rechnungshof-Rohberichts zur Kärntner Jägerschaft: "Der Rechnungshof sieht das vom Land Kärnten theoretisch errechnete finanzielle Einsparungspotential in der Höhe von cirka 365.000 Euro nicht umgesetzt. Vielmehr entstand ein Mehraufwand von etwa 700.000 Euro jährlich, die nunmehr das Land Kärnten der Jägerschaft zur Finanzierung ihrer Aufgaben bereitstellt." Grob vereinfacht sagt der Rechnungshof damit, dass die Autonomie der Kärntner Jägerschaft, um die jahrelang gekämpft wurde, dem Land keine finanziellen Vorteile brachte. Im Gegenteil.
Zur Vorgeschichte: Mit Beginn des Jahres 2005 wurde aus einer Interessensvertretung eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Die Jagdabgabe wird seither von der Jägerschaft eingehoben, zahlreiche Verwaltungsaufgaben die Erstellung des Jagdkatasters, die Abschussplanung oder die Verwaltung der Jagdkarten, werden von der Jägerschaft durchgeführt. Die Einsparung hätte sich laut Rechnungshof dadurch ergeben, dass bei den Bezirkshauptmannschaften und beim Amt der Kärntner Landesregierung Aufgabenbereiche wegfallen.
Null-Summen-Spiel
Dass die Ausgliederung der Jägerschaft nicht günstig werden würde, wusste man aber schon, 2005. Der damalige Landeshauptmann Jörg Haider - seine Witwe Claudia ist übrigens Vorstandsmitglied der Jägerschaft - meinte in einer Doppelkonferance mit Landesamtsdirektor Reinhard Sladko - auch Vorstand der Jägerschaft - dass es keine Einsparungen geben, sondern ein Null-Summen-Spiel werde. "Die Aufgaben bleiben schließlich gleich." Dass 700.000 Euro Mehraufwand kein Null-Summen-Spiel sind, verneint auch Gorton nicht. "Aber hier muss ich schon kritisieren, dass der Rechnungshof zu einer qualitativen Prüfung der Arbeit nicht in der Lage oder Willens war. Wer sich mit dem Jagdwesen beschäftigt wird sehen, dass wir hier Österreichweit eines der besten Systeme haben "
Wobei die Kritik des Rechnungshofs in diesem Fall ja in Richtung Landesregierung geht. Dort habe es nach der Ausgliederung keine Einsparung der Dienstposten gegeben.
Dass gleichzeitig die Personalkosten bei der Jägerschaft in den Jahren von 2005 bis 2008 von 460.955 Euro auf 552.493 Euro anstiegen, wertet der Rechnungshof als "überdurchschnittlich". Ein Bereich, den Gorton gestern noch nicht kommentieren konnte.
Verbesserungspotential
Unbestritten ist für beide Seiten, dass es Verbesserungspotential bei den Verwaltungsschritten gebe. Ein einfaches und effizientes Verfahren gibt es nicht einmal bei der Ausstellung der Jagdkarten, kritisiert der Rechnungshof. "Wir werden uns die Verbesserungsvorschläge, etwa auch bei der Bilanzierung, ansehen und angehen", kündigt Gorton an.














