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Zuletzt aktualisiert: 21.06.2009 um 13:39 UhrKommentare

Hoffnung auf Neustart bei Quelle

Nach der Einigung über eine bayerische Staatsbürgschaft für den insolventen Versandhändler Quelle besteht wieder Hoffnung auf ein Überleben der traditionsreichen Arcandor-Tochter.

Foto © AP

Der Druckbeginn für den Winterkatalog sei "der erste wichtige Schritt für einen erfolgreichen Neustart bei Quelle", erklärte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Wochenende in München. Der deutsche Bund äußerte sich zurückhaltend.

Kredite. Die bayerische Staatsregierung hatte dem Versandhändler am Freitag eine Bürgschaft für Bankkredite in Höhe von rund 20 Millionen Euro eingeräumt. Hilfen über weitere 30 Millionen Euro sollen von anderen Bundesländern mit Quelle-Standorten und dem Bund bekommen.

Katalog. Der neue Quelle-Katalog wird seit Freitagabend in der Druckerei Prinovis in Nürnberg gedruckt. Prinovis werde das ganze Wochenende hindurch drucken, um den Zeitplan und damit den Gesamtprozess der Katalogproduktion nicht zu gefährden, erklärte Geschäftsführer Winfried Marquardt. Um die Fertigung nach dem Wochenende fortsetzen zu können, benötige das Unternehmen kommende Woche eine rechtsverbindliche Zusage zur Übernahme der Produktionskosten.

Hoffnung. Seehofer erklärte mit Blick auf den Druckbeginn: "Es ist ein guter Tag, der 10.000 Quellemitarbeiter und ihre Familien neue Hoffnung schöpfen lässt." Die nächsten Wochen und Monate müssten konsequent genutzt werden, um das Unternehmen wieder zukunftsfest zu machen.

Die Bürgschaft für Quelle war nötig geworden, nachdem der Mutterkonzern Arcandor im Zuge seiner Pleite vergangene Woche auch für die Tochter Insolvenz angemeldet hatte. Guttenberg begrüßte die Ermittlungen in Zusammenhang mit der Arcandor-Insolvenz. "Ich finde es richtig, wenn jetzt die persönliche Verantwortung einzelner überprüft wird", sagte er zu Berichten, denen zufolge Manager wie der einstige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff von überhöhten Mietenzahlungen der Kaufhaus-Filialen profitiert haben.

Vorwürfe. Middelhoff wies die Vorwürfe zurück. Er habe sich nichts vorzuwerfen, sagte er der "Bild am Sonntag": "Im Gegenteil: Viele Stimmen sagen, ohne mich wäre schon 2004 Schluss gewesen." Arcandor sei dann das Opfer der Finanzmarktkrise geworden. Deswegen sei es ihm völlig unverständlich, dass dem Unternehmen jede Unterstützung aus dem Deutschlandfonds versagt worden sei.

Ermittlungen. Die Essener Staatsanwaltschaft hatte ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue-Verdachts eröffnet. Dabei geht es um Vorwürfe, Middelhoff und seine Frau seien an einem Immobilienfonds beteiligt, der zu außergewöhnlich hohen Mieten Gebäude an die Arcandor-Tochter Karstadt vermietet haben soll.


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