Hoffnung auf Neustart bei Quelle
Nach der Einigung über eine bayerische Staatsbürgschaft für den insolventen Versandhändler Quelle besteht wieder Hoffnung auf ein Überleben der traditionsreichen Arcandor-Tochter.

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Der Druckbeginn für den Winterkatalog sei "der
erste wichtige Schritt für einen erfolgreichen Neustart bei Quelle",
erklärte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Wochenende
in München. Der deutsche Bund äußerte sich zurückhaltend.
Kredite. Die bayerische Staatsregierung hatte dem Versandhändler am Freitag
eine Bürgschaft für Bankkredite in Höhe von rund 20 Millionen Euro
eingeräumt. Hilfen über weitere 30 Millionen Euro sollen von anderen
Bundesländern mit Quelle-Standorten und dem Bund bekommen.
Katalog. Der neue Quelle-Katalog wird seit Freitagabend in der Druckerei
Prinovis in Nürnberg gedruckt. Prinovis werde das ganze Wochenende
hindurch drucken, um den Zeitplan und damit den Gesamtprozess der
Katalogproduktion nicht zu gefährden, erklärte Geschäftsführer
Winfried Marquardt. Um die Fertigung nach dem Wochenende fortsetzen
zu können, benötige das Unternehmen kommende Woche eine
rechtsverbindliche Zusage zur Übernahme der Produktionskosten.
Hoffnung. Seehofer erklärte mit Blick auf den Druckbeginn: "Es ist ein guter
Tag, der 10.000 Quellemitarbeiter und ihre Familien neue Hoffnung
schöpfen lässt." Die nächsten Wochen und Monate müssten konsequent
genutzt werden, um das Unternehmen wieder zukunftsfest zu machen.
Die Bürgschaft für Quelle war nötig geworden, nachdem der
Mutterkonzern Arcandor im Zuge seiner Pleite vergangene Woche auch
für die Tochter Insolvenz angemeldet hatte. Guttenberg begrüßte die
Ermittlungen in Zusammenhang mit der Arcandor-Insolvenz. "Ich finde
es richtig, wenn jetzt die persönliche Verantwortung einzelner
überprüft wird", sagte er zu Berichten, denen zufolge Manager wie der
einstige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff von überhöhten
Mietenzahlungen der Kaufhaus-Filialen profitiert haben.
Vorwürfe. Middelhoff wies die Vorwürfe zurück. Er habe sich nichts
vorzuwerfen, sagte er der "Bild am Sonntag": "Im Gegenteil: Viele
Stimmen sagen, ohne mich wäre schon 2004 Schluss gewesen." Arcandor
sei dann das Opfer der Finanzmarktkrise geworden. Deswegen sei es ihm
völlig unverständlich, dass dem Unternehmen jede Unterstützung aus
dem Deutschlandfonds versagt worden sei.
Ermittlungen. Die Essener Staatsanwaltschaft hatte ein Ermittlungsverfahren
wegen Untreue-Verdachts eröffnet. Dabei geht es um Vorwürfe,
Middelhoff und seine Frau seien an einem Immobilienfonds beteiligt,
der zu außergewöhnlich hohen Mieten Gebäude an die Arcandor-Tochter
Karstadt vermietet haben soll.














