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Zuletzt aktualisiert: 17.05.2009 um 19:45 UhrKommentare

Bank-Austria-General Hampel geht

Erich Hampel beendet seine Vorstandskarriere im UniCredit-Konzern vorzeitig, mehr als ein halbes Jahr vor Vertragsende.

Foto © Reuters

Sein Nachfolger Willi Cernko (53), ein alter "CA-ler" und umtriebiger Privatkundenmanager, der sich in Mailand bei UniCredit ein starkes Netzwerk aufgebaut haben soll, löst ihn im Oktober an der Spitze der Bank Austria - Subholding Osteuropa der UniCredit - ab, heißt es.

Hampels Zukunft. Hampel soll in der Gruppe in Aufsichtsräten in den Konzernbanken in Zentral- und Osteuropa vertreten bleiben, heißt es. Als Divisionschef Osteuropa bei UniCredit sind seine Tage mit der Rochade ebenfalls gezählt. Seit Jänner 2004 war Hampel Chef der größten Bank in Österreich, die zuerst an die HypoVereinsbank und dann vor rund vier Jahren mit dieser zusammen an die italienische UniCredit verkauft wurde. Mit fortschreitendem Konzernumbau war auch bei der Bank Austria ein zunehmender Machtverlust in Richtung Mailand verbunden.

Werdegang. Dr. Erich Hampel, am 25. Februar 1951 in Wien geboren, begann seine berufliche Karriere nach dem Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1975 bei der Citibank (Austria) AG, damals "Interbank". 1977 trat er in die Österreichische Postsparkasse (P.S.K) ein. 1981 wurde er Vorstand des Bankhauses Feichtner & Co AG, 1982 Vorstandsvorsitzender dieses Bankhauses. 1985 kehrte Hampel als Zweiter Vize-Gouverneur direkt in die P.S.K. zurück. 1996 bis 1997 war er Gouverneur der P.S.K.. Im Mai 1997 wechselte er an die Spitze der Creditanstalt (CA) und damit in die Bank Austria-Gruppe. Im November 2000 wurde Hampel auch Mitglied des Bank Austria-Vorstands, bis zur Fusion der CA mit der Bank Austria im Sommer 2002 in einer Doppelfunktion. Seit Jänner 2004 war er Vorsitzender des BA-CA-Vorstands, die Bank firmiert jetzt unter Bank Austria bzw. UniCredit Bank Austria.

Stärken und Schwächen. Dass dem sehr ruhigen und besonnenen Manager nachgesagt wird, zwar am Tennisplatz kraftvoll aufzuschlagen, aber im Business selten ans Netz zu gehen und ihm (in einem "profil"-Kommentar) sogar der Killerinstinkt eines Goldfisches attestiert wurde, ignorierte Hampel selber nicht einmal: "Jeder der mich und meine Arbeit kennt, weiß, dass ich Ziele, die ich mir setze, konsequent umsetze", sagte er von sich. Beim Ausbruch der Finanzkrise vor knapp einem Jahr war er als Chef der größten Bank im Land an vorderster Front bei Rettungsmaßnahmen für kleinere Problembanken sowie bei der Schnürung des Bankenpakets der Republik dabei. 2008 sah sich die Bank als ertragsstärkste aller Großbanken in Österreich, auch 2009 startete sie im ersten Quartal mit mehr Gewinn als die ganze UniCredit-Gruppe.

Lob für Hampel. In der Bankbranche wird Hampel höchstes Lob ausgesprochen. Dass UniCredit die Spitzenmanager auch in Österreich austauschen würde, sei schon längst erwartet worden, aber der jetzige Zeitpunkt, den vorzeitigen Abschied bekanntzugeben - mitten in den Staatsgeldverhandlungen - kam doch überraschend, hieß es am Sonntagabend zur APA. Zeitgleich entstand in Österreich neue Irritation wegen einer möglicher bevorstehenden Aushöhlung von Osteuropa-Kompetenzen der Wiener durch die Divisionalisierungsstrategie der Italiener auch im Osten.


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