Bank-Austria-General Hampel geht
Erich Hampel beendet seine Vorstandskarriere im UniCredit-Konzern vorzeitig, mehr als ein halbes Jahr vor Vertragsende.

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Sein Nachfolger Willi Cernko (53), ein alter "CA-ler"
und umtriebiger Privatkundenmanager, der sich in Mailand bei
UniCredit ein starkes Netzwerk aufgebaut haben soll, löst ihn im
Oktober an der Spitze der Bank Austria - Subholding Osteuropa der
UniCredit - ab, heißt es.
Hampels Zukunft. Hampel soll in der Gruppe in Aufsichtsräten in den Konzernbanken
in Zentral- und Osteuropa vertreten bleiben, heißt es. Als
Divisionschef Osteuropa bei UniCredit sind seine Tage mit der Rochade
ebenfalls gezählt. Seit Jänner 2004 war Hampel Chef der größten Bank
in Österreich, die zuerst an die HypoVereinsbank und dann vor rund
vier Jahren mit dieser zusammen an die italienische UniCredit
verkauft wurde. Mit fortschreitendem Konzernumbau war auch bei der
Bank Austria ein zunehmender Machtverlust in Richtung Mailand
verbunden.
Werdegang. Dr. Erich Hampel, am 25. Februar 1951 in Wien geboren, begann
seine berufliche Karriere nach dem Studium der Sozial- und
Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1975 bei der Citibank (Austria) AG,
damals "Interbank". 1977 trat er in die Österreichische Postsparkasse
(P.S.K) ein. 1981 wurde er Vorstand des Bankhauses Feichtner & Co AG,
1982 Vorstandsvorsitzender dieses Bankhauses. 1985 kehrte Hampel als
Zweiter Vize-Gouverneur direkt in die P.S.K. zurück. 1996 bis 1997
war er Gouverneur der P.S.K.. Im Mai 1997 wechselte er an die Spitze
der Creditanstalt (CA) und damit in die Bank Austria-Gruppe. Im
November 2000 wurde Hampel auch Mitglied des Bank Austria-Vorstands,
bis zur Fusion der CA mit der Bank Austria im Sommer 2002 in einer
Doppelfunktion. Seit Jänner 2004 war er Vorsitzender des
BA-CA-Vorstands, die Bank firmiert jetzt unter Bank Austria bzw.
UniCredit Bank Austria.
Stärken und Schwächen. Dass dem sehr ruhigen und besonnenen Manager nachgesagt wird, zwar
am Tennisplatz kraftvoll aufzuschlagen, aber im Business selten ans
Netz zu gehen und ihm (in einem "profil"-Kommentar) sogar der
Killerinstinkt eines Goldfisches attestiert wurde, ignorierte Hampel
selber nicht einmal: "Jeder der mich und meine Arbeit kennt, weiß,
dass ich Ziele, die ich mir setze, konsequent umsetze", sagte er von
sich. Beim Ausbruch der Finanzkrise vor knapp einem Jahr war er als
Chef der größten Bank im Land an vorderster Front bei
Rettungsmaßnahmen für kleinere Problembanken sowie bei der Schnürung
des Bankenpakets der Republik dabei. 2008 sah sich die Bank als
ertragsstärkste aller Großbanken in Österreich, auch 2009 startete
sie im ersten Quartal mit mehr Gewinn als die ganze UniCredit-Gruppe.
Lob für Hampel. In der Bankbranche wird Hampel höchstes Lob ausgesprochen. Dass
UniCredit die Spitzenmanager auch in Österreich austauschen würde,
sei schon längst erwartet worden, aber der jetzige Zeitpunkt, den
vorzeitigen Abschied bekanntzugeben - mitten in den
Staatsgeldverhandlungen - kam doch überraschend, hieß es am
Sonntagabend zur APA. Zeitgleich entstand in Österreich neue
Irritation wegen einer möglicher bevorstehenden Aushöhlung von
Osteuropa-Kompetenzen der Wiener durch die
Divisionalisierungsstrategie der Italiener auch im Osten.














