In Kärnten sind bald 6.000 Personen in Kurzarbeit
Umfrage der Arbeiterkammer Kärnten - Ältere Arbeiter besonders häufig betroffen - Nach Ostern Service-Hotline.

Foto © AP/ SymbolbildBald 6.000 Personen in Kurzarbeit
In Kärnten sind derzeit 4.780 Arbeitnehmer in Kurzarbeit, die Zahl wird aber voraussichtlich auf rund 6.000 steigen. Das erklärte er Arbeiterkammerpräsident Günther Goach am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.
Beratungs-Hotline.
Für die Betroffenen richtet die AK Kärnten ab Dienstag nach Ostern eine Beratungs-Hotline ein. In 21 Kärntner Unternehmen, davon 17 Metallbetrieben, gebe es Kurzarbeit, elf weitere seien angemeldet, sagte Goach. Besonders betroffen sind Arbeiter über 45 Jahre. 37 Prozent aller Kurzarbeiter fallen in diese Gruppe. Das ergab eine Umfrage der AK. Mit der Studie wollte man die Probleme der Kurzarbeiter erfassen, um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können. So bereiten den Kurzarbeitern vor allem die finanziellen Einbußen und Existenzängste Probleme. Daher werde man werde bestrebt sein, die Netto-Ersatzraten für Kurzarbeiter über 90 Prozent zu halten, um die Existenzbedrohung der Arbeitnehmer möglichst niedrig zu halten, erklärte Goach.
Alternative zur Arbeitslosigkeit.
Zehn Prozent der Befragten bezeichneten die Kurzarbeit aber auch als gute Alternative zur Arbeitslosigkeit. Generell sehen die Befragten ihre persönliche Lage optimistischer als die allgemeine wirtschaftliche Situation. So meinten 49 Prozent, dass ihre persönliche Lage gleichbleiben werde, 27 Prozent sahen eine Verschlechterung kommen. Für die Situation der Arbeitnehmer in Kärnten rechnen 51 Prozent mit einer Verschärfung und 24 Prozent mit keiner Änderung. Nur 22 Prozent glauben, dass die Lage in den nächsten Jahren besser wird.
Finanzielle Einbußen.
Die Arbeitnehmer in Betrieben mit Kurzarbeit rechnen für die Zukunft auch mit einer Zunahme des Leistungsdrucks (73 Prozent), mit dem Verlust von Einkommen und Wohlstand (59 Prozent) sowie mit dem Verlust des Arbeitsplatzes (33 Prozent). Bei der Service-Hotline unter der Nummer 050 477-5000 erhalten die Anrufer Informationen über die rechtliche Situation von Kurzarbeit. Denn in vielen kleinen Betrieben gebe es immer häufiger Fälle von "falscher Kurzarbeit", sagte Goach. Dabei reduzierten Unternehmer Arbeitszeit und Lohn ohne Absprachen und Vereinbarungen mit AMS, Gewerkschaft und Arbeiterkammer. Für diese Arbeitnehmer gebe es auch keinen Lohnersatz, und so seien finanzielle Einbußen von bis zu 40 Prozent keine Seltenheit, kritisierte der AK-Präsident.
Altersteilzeit.
Die AK fordert auch einen einfacheren Zugang zur Altersteilzeit und einen Rechtsanspruch des Arbeitnehmers darauf. Das Anfallsalter, das wie das Pensionsantrittsalter von Jahr zu Jahr steigt, müsste bei 57 Jahren eingefroren werden, so der AK-Präsident. Er verlangt auch eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Die Nettoersatzrate von 55 Prozent sei zu niedrig, das habe auch negative Auswirkungen auf die Kaufkraft. In Deutschland beispielsweise liege dieser Prozentsatz bei 60, sagte Goach.
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Aktuelle Situation
4.780 Arbeitnehmer sind in Kärnten derzeit in Kurzarbeit
In 21 Kärntner Unter-
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AK richtet Beratungs-Hotline einFoto © kk/Eggenberger
Beratungshotline
Unter der Hotline 050 477-5000 bietet die Arbeiter-
Begriff Kurzarbeit
Kurzarbeit ist eine auf maximal 18 Monate befristete Herabsetzung der Normalarbeitszeit. Der Arbeitszeitausfall darf im Kurzarbeits-Zeitraum nicht unter zehn Prozent und nicht über 90 Prozent der gesetzlichen Normalarbeitszeit liegen. Lehrlinge und Geschäftsführer sind von Kurzarbeit ausgenommen.














